Rangun – Anhänger der burmanischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi haben sich in der Nähe ihres Hauses versammelt, um ihre mögliche Freilassung verfolgen zu können. Die Friedensnobelpreisträgerin steht seit sieben Jahren in Rangun unter Hausarrest, der am (heutigen) Samstag ausläuft. Am Morgen kamen die Unterstützer zusammen, die bereits enttäuscht waren, dass sie nicht schon am Freitag frei gekommen war. Gewährsleute hatten berichtet, die Militärregierung habe das nötige Dokument für die Freilassung bereits unterzeichnet.
Die Junta reagierte auf die Erwartungen der Oppositionsanhänger mit deutlich verschärften Sicherheitsvorkehrungen in Rangun. An vielen Orten fuhren Lastwagen mit Bereitschaftspolizisten vor, wie oft in Burma während politischer Spannungen.
Die ersten Wahlen seit 20 Jahren hatten vergangene Woche stattgefunden. Kritiker halten sie aber für eine Farce, um der Militärregierung eine Legitimation zu verschaffen. Eine der Junta genehme Partei gewann dann auch eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. Ganz anders 1990, bei der vorangegangenen Wahl: Damals verbuchte Suu Kyis Partei Liga für Demokratie einen deutlichen Sieg. Die Streitkräfte weigerten sich aber, ihre Macht abzugeben, und gingen gegen die Demokratiebewegung vor. Seitdem hat Suu Kyi mehr als 15 Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht. (dapd)
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