München – Das Leitungswasser ist einer neuen Studie zufolge in manchen Regionen Deutschlands stark mit Uran belastet. In 150 von 8.000 Proben, die die Verbraucherorganisation Foodwatch untersuchte, lag der Anteil des giftigen Schwermetalls über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser, wie das ARD-Magazin „Report München“ am Montag berichtete. Teilweise seien es mehr als 20 Mikrogramm gewesen.
In jeder zehnten Probe habe der Uran-Anteil zudem über zwei Mikrogramm gelegen. Ab dieser Grenze darf Mineralwasser nicht mehr als „für Säuglingsnahrung geeignet“ ausgewiesen werden. „Schon sehr geringe Konzentrationen an Uran haben eine schädigende Wirkung auf lebenswichtige Vorgänge in der Niere“, sagte der Kieler Toxikologe Hermann Kruse dem Magazin. Entscheidend sei dabei nicht die vernachlässigbare Radioaktivität, sondern vor allem die chemisch-giftige Wirkung bei anhaltender Einnahme.
Zwar gebe es Möglichkeiten, den Uran-Anteil zu senken; ohne gesetzlichen Zwang seien die betroffenen Verbraucher auf den guten Willen der örtlichen Rathäuser und Wasserversorger angewiesen. Herrmann Dieter vom Umweltbundesamt sagte: „Es wird empfohlen, dies zu tun, verlangen kann man es formal noch nicht, weil es noch keinen Grenzwert in der Trinkwasserverordnung gibt.“ Das bedeute aber nicht, dass der Wert von zehn Mikrogramm überschritten werden dürfe. Denn die Trinkwasserverordnung sage ganz deutlich, dass Trinkwasser keinerlei Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis geben dürfe. (AP)
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