Frankfurt/Main – Das amerikanische Technologie-Unternehmen Sentex Sensing hat offiziell sein Interesse am insolventen Mobiltelefon-Hersteller BenQ erklärt. Die Firmenleitung teilte am Montagabend schriftlich mit, sie wolle die frühere Siemens-Sparte erwerben. Das Unternehmen begründete sein Interesse mit der technologischen Stärke von BenQ Mobile und mit dem Wunsch nach einem Zugang zum europäischen Markt. Sentex verhandle mit mehreren Banken über die Finanzierung der Übernahme. Man habe mit der Leitung von BenQ Mobile ein überzeugendes Geschäftsmodell entworfen.
Interesse für BenQ hat auch bereits eine deutsch-amerikanische Investorengruppe bekundet. Ein Gespräch im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium über das Angebot blieb am Montag jedoch erfolglos. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben kündigte nach dem Treffen an, die Landesregierung werde die Geschäftsmodelle und mögliche Finanzhilfen des Landes sehr sorgfältig prüfen.
IG-Metall-Verteter Franz Tölle sagte der Nachrichtenagentur AP, dass Sentex-Chef Henrik Rubinstein interessante Überlegungen habe. „Auf jeden Fall hat er ein konkretes Interesse.“ Details kenne man aber noch nicht. Es sei wünschenswert, wenn es einen Wettbewerb zwischen Interessenten gebe.
Die Sprecherin von Insolvenzverwalter Martin Prager sagte lediglich, dass es mehrere Interessenten gebe. Sie könne nicht ausschließen, dass auf der Sitzung des Gläubigerausschusses am Dienstag neue Angebote erläutert würden. Prager habe einigen Interessenten bereits angeboten, sich persönlich zu präsentieren.
Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ ist Rubinsteins Konzept wesentlich umfangreicher und konkreter als das des Konsortiums um den Vertreter der deutsch-amerikanischen Gruppe, Hansjörg Beha. Sentex würde 1.600 bis 1.700 Jobs sichern, während Beha nur 800 garantiere, schrieb das Blatt.
Rubinstein schloss diese Zahlen in einem Interview der „Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“ nicht aus. „Uns geht es ganz klar um die Produktion von Handys. Ich glaube, dass unser Konzept sehr sauber und tragfähig ist“, wurde der Firmenchef in der Vorabmeldung zitiert. Mit dem Land Nordrhein-Westfalen habe es bislang noch keine Einigung über die Zusage von Ausfallbürgschaften von 125 Millionen Euro gegeben.
Rubinstein wollte nach eigenen Worten bereits im Dezember die Produktion aufnehmen. „Nun würden wir gern zum 20. Januar beginnen.“ Sentex befasst sich nach eigener Darstellung vor allem mit Technologie zur Erkennung biometrischer Daten und Identifizierungssystemen. Die Firma sitzt in Cleveland im US-Staat Ohio.
http://www.sentextech.com/
(AP)
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