Unternehmen – US-Stahlwerke kosten ThyssenKrupp viel Geld – Erich Reimann
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Essener Stahlriese US-Stahlwerke kosten ThyssenKrupp viel Geld

Erich Reimann

11.02.2011

Duisburg/Essen – Die hohen Anlaufverluste der neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA belasten weiter die Bilanz des größten deutschen Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Trotz zweistelliger Umsatzzuwächse lag das operative Ergebnis (Ebit) des Essener Konzerns im ersten Quartal 2010/2011 mit 273 Millionen Euro um 23 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verringerte sich der Konzerngewinn sogar um 48 Prozent auf 101 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Außerdem stieg die Verschuldung des Konzerns zwischen Oktober und Dezember um mehr als 50 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro an. Auch hierfür war ganz wesentlich der hohe Finanzbedarf der neuen Stahlwerke verantwortlich. Trotz der Belastung hält ThyssenKrupp aber an seiner Ergebnisprognose fest und erwartet für das Gesamtjahr einen Anstieg des bereinigten Ebit um rund zwei Drittel auf rund zwei Milliarden Euro.

Hiesinger kündigt "höchste Ausgabendisziplin" an

Der neue ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger kündigte zur Erreichung dieses Ziels "höchste Ausgabendisziplin" an. "Hierzu gehören weitere Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen, gezielte Anpassungen unseres Portfolios, aber auch ein verbessertes Management unserer Vorratsbestände", sagte er. Die Reduzierung der Nettofinanzverschuldung habe "höchste Priorität".

Rückenwind bekommt der Essener Stahlriese von der boomenden Stahlkonjunktur. Zwischen Oktober und Dezember stieg der Umsatz des Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf knapp 11,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet ThyssenKrupp eine Steigerung des Umsatzes zwischen 10 und 15 Prozent.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl geht unterdessen davon aus, dass das Wachstum der Branche auch weiter anhält. "Die Wiederbelebung der Stahlnachfrage ist Ausdruck der zurzeit schwungvollen Konjunktur bei den Stahlverarbeitern in Deutschland. Auch in den kommenden Monaten dürfte der Bestelleingang sehr lebhaft ausfallen", prognostizierte der Verband in Düsseldorf.

(dapd)

 

 

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