Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – US-Zerstörer bedrängen Piraten am Horn von Afrika – Katharine Houreld
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Entführung eines US-Frachterkapitäns US-Zerstörer bedrängen Piraten am Horn von Afrika

Katharine Houreld

10.04.2009

Unter den Schiffen an der Küste von Somalia ist die Lenkwaffenfregatte „USS Halyburton“. (AP Photo/US Navy - Charles E. Hill)
Unter den Schiffen an der Küste von Somalia ist die Lenkwaffenfregatte „USS Halyburton“. (AP Photo/US Navy - Charles E. Hill)

Nairobi – Nach der Entführung eines US-Frachterkapitäns vor Somalia hat sich eine dramatische Konfrontation auf hoher See angebahnt. Ein Zerstörer und ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine bedrängten am Freitag die Piraten, die den Kapitän in einem Rettungsboot festhielten. Weitere Kriegsschiffe waren auf dem Weg in das Gebiet – und ebenso vier ausländische Schiffe, die vor einiger Zeit gekapert worden waren. Diese Frachter, darunter auch die deutsche „Hansa Stavanger“, wurden von den bedrängten Seeräubern in dem Rettungsboot zur Verstärkung angefordert.

Letztere Piraten hatten am Mittwoch vergeblich versucht, den unter US-Flagge fahrenden Frachter „Maersk Alabama“ in ihre Gewalt zu bringen. Sie wurden in die Flucht geschlagen, konnten jedoch den 53-jährigen Kapitän Richard Phillips entführen. Am Donnerstag traf der US-Zerstörer „USS Bainbridge“ vor Somalia ein und befand sich nach Angaben der Reederei Maersk in Sichtweite zu dem Rettungsboot mit den Piraten. Die „Maersk Alabama“ setzte ihre Fahrt fort, um ihre Ladung Hilfsgüter in den kenianischen Hafen Mombasa zu bringen. Dort wird ihre Ankunft am Samstagabend erwartet.

Nach Verlautbarungen aus dem US-Verteidigungsministerium gelang es dem Kapitän Phillips, kurzzeitig aus dem Rettungsboot zu fliehen. Schwimmend habe er versucht, zur „USS Bainbridge“ zu gelangen, sei aber von den Piraten wieder eingefangen worden. Zu Schaden soll er dabei nicht gekommen sein. US-General David Petraeus kündigte derweil an, dass weitere Kriegsschiffe unterwegs seien, um auf alle Entwicklungen vorbereitet zu sein. Unter ihnen sei auch die Lenkwaffenfregatte „USS Halyburton“.

Bericht über Verlegung von deutschen Eliteeinheiten

Die bedrängten Piraten riefen im Gegenzug die von Gesinnungsgenossen gekaperten Schiffe zu Hilfe. Nach somalischen Angaben verließen vier von ihnen am Freitag die Küstenregion bei Eyl, darunter auch die „Hansa Stavanger“. Diese war am Samstag vergangener Woche von fünf Piraten gekapert und zu deren Stützpunkt in der Bucht von Harardere gebracht worden. Die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ kam zwar auf Sichtweite an das gekaperte Schiff heran, musste aber abdrehen, nachdem die Piraten die Ermordung ihrer Geiseln angedroht hatten.

An Bord der „Hansa Stavanger“ befinden sich 24 Besatzungsmitglieder – fünf Deutsche, drei Russen, zwei Ukrainer, zwei Philippiner und zwölf Staatsbürger von Tuvalu. Auf den anderen Schiffen befinden sich ebenfalls ausländische Geiseln aus mehreren Ländern.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, wegen der wachsenden Bedrohung durch Piraten würden deutsche Eliteeinheiten näher am Golf von Aden stationiert. Eine Einheit der GSG 9 sei bei der Entführung der „Hansa Stavanger“ schon nach Kenia unterwegs gewesen. Die Piraten hätten sich und ihre Beute aber zu schnell in Sicherheit bringen können.

Das Auswärtige Amt äußerte sich zu dem Bericht nicht. Eine Sprecherin hob hervor, der Krisenstab bemühe sich weiter mit Nachdruck um eine Lösung.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte mit Blick auf die Entführung des US-Kapitäns: „Wir sind tief besorgt und verfolgen die Situation genau.“ Justizminister Eric Holder betonte, das Verhandlungsteam des FBI arbeite eng mit der Marine zusammen, um ein Ende der Geiselnahme ohne Blutvergießen zu gewährleisten. (AP)

 

 

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