Aktuelle Nachrichten – USA
07.04.2012
Foto: AP Photo/Virginian-Pilot, Vicki Cronis-Nohe
Virginia Beach – Den Anblick von startenden und landenden Kampfjets sind die Einwohner von Hampton Road in Virginia Beach gewöhnt: Sie wohnen in der Nähe des größten Marinestützpunkts der Welt, der Naval Station Norfolk. Dazu gehört auch der Luftwaffenstützpunkt Oceana in Virginia Beach.
Von dort stieg am Freitagmittag (Ortszeit) ein Marine-Kampfjet vom Typ F/A-18D auf, am Steuer ein Flugschüler, im Sitz dahinter sein Ausbilder. Doch die Maschine stürzte kurz nach dem Start wegen "eines katastrophalen technischen Defekts" ab, wie die Marine mitteilte. Die genaue Ursache war zunächst nicht bekannt, gesicherte Erkenntnis war aber, dass vor dem Aufprall in eine Wohnanlage Kerosin abgelassen wurde – ob durch die Piloten oder eben den Defekt, war zunächst unbekannt. Der Leiter des Rettungsdienstes, Bruce Nedelka, sagte, mit vollen Tanks wäre die Maschine in einem gewaltigen Feuerball aufgegangen. Es sehe so aus, als ob es nicht zu noch Schlimmerem gekommen sei.
Die Absturzstelle bot aber auch so ein Bild der Verwüstung. Rettungsmannschaften durchsuchten 40 Wohnungen zerstörter und beschädigter Gebäude, sieben Menschen, darunter die beiden Piloten wurden verletzt geborgen. Am Abend gab es noch mehr als zwei Dutzend Vermisste, sechs Wohnungen waren noch nicht völlig durchsucht. "Ich bete dafür, dass wir nicht weitere Opfer finden", sagte der Bürgermeister von Virginia Beach, Will Sessoms.
Anwohner berichteten von einer chaotischen Szenerie nach dem Absturz und einem Piloten, der sich höflich entschuldigte. "Ich sah einen Fallschirm am Haus und er war immer noch damit verbunden, lag mit einem blutüberströmten Gesicht am Boden", berichtete Hausbesitzer Colby Smith einem Fernsehsender. "Der Pilot sagte: 'Es tut mir leid, dass ich Ihr Haus zerstört habe.'" Er und ein anderer Mann hätten dem Piloten aufgeholfen.
Paul Kavanaugh war ebenfalls einer der Ersthelfer, die den "jungen Mann" versorgten. "Der arme Kerl hatte einen Schock. Ich untersuchte ihn nach Brüchen und offenen Wunden."
Ein Marinesprecher, Hauptmann Mark Weisgerber, sagte, fast alle Flüge von Oceana seien Ausbildungseinsätze. "Hier bildet die Marine unsere F18-Piloten das erste Mal aus", sagte er. (dapd)
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