Aktuelle Nachrichten – USA
20.07.2012
Aurora/USA – Ein schwer bewaffneter Amokläufer hat in den USA die Vorführung eines Actionfilms in ganz realen Horror verwandelt. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet und mehrere Dutzend weitere verletzt, als ein 24-Jähriger in der Stadt Aurora bei Denver kurz nach Mitternacht mit einer Gasmaske einen Kinosaal betrat und das Feuer eröffnete. Der mutmaßliche Täter konnte wenig später von der Polizei gefasst werden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im US-Staat Colorado stießen die Sicherheitskräfte am Freitag auf Sprengfallen.
Präsident Barack Obama zeigte sich "geschockt und betrübt" angesichts der "entsetzlichen und tragischen" Schießerei und kehrte vorzeitig von einer Wahlkampfreise in Florida nach Washington zurück. Die Nation müsse "zusammenstehen als eine amerikanische Familie", sagte Obama. Die Regierung werde alles tun, um die Menschen in Aurora zu unterstützen. Über ein mögliches Motiv für den schlimmsten Amoklauf in den USA seit 2007 wurde zunächst nichts bekannt.
Augenzeugen zufolge ließ der Mann zunächst ein bisher nicht identifiziertes Gas in den Raum strömen und begann dann, auf die Besucher zu schießen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war auch eine nicht genannte Zahl von Angehörigen der US-Streitkräfte unter den Opfern. Am Abend teilte die Polizei mit, der mutmaßliche Amokläufer habe seine Wohnung mit Sprengfallen versehen. Fünf Gebäude in der Umgebung seien evakuiert worden. Der Verdächtige hatte bereits kurz nach seiner Festnahme angegeben, Sprengstoff in seiner Wohnung gelagert zu haben.
Ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI erklärte, es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat. Der Angreifer wurde als der US-Bürger James H. identifiziert. Er habe insgesamt vier Waffen bei sich gehabt, sagte der Polizeichef von Aurora, Dan Oates.
Die Polizei hatte zunächst erklärt, es seien mindestens 14 Menschen getötet worden. Später korrigierten die Sicherheitskräfte die Zahl auf zwölf. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 24 Menschen mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäusern behandelt. Unter den Verletzten war auch ein vier Monate altes Baby.
Polizeisprecher Frank Fania sagte, es sei sich nicht sicher, ob alle Wunden von Schüssen stammten. Einige sähen aus wie von Granatsplittern herrührend. James H. hatte offenbar mit Büchsen um sich geworfen. Laut dem Fernsehsender KUSA-TV waren einige Verletzte auch chemischen Substanzen ausgesetzt.
Besucher des Batman-Films "The Dark Knight Rises" berichteten in örtlichen Medien, sie hätten ein zischendes Geräusch gehört, dann sei Gas ausgeströmt. Daraufhin sei der Mann um sich schießend von der Leinwand aus zum oberen Bereich des Saals hinaufgegangen. Er sei ganz in schwarz gekleidet gewesen, hieß es, und habe gezielt auch auf Flüchtende geschossen.
Einige der abgefeuerten Kugeln schlugen offenbar durch die Wand in einem benachbarten Kinosaal ein. Der Besucher Hayden Miller sagte dem Sender KUSA-TV, er habe Schüsse und anschließend Schreie gehört, sei aber zunächst davon ausgegangen, dass dies zur Vorführung im Nachbarsaal gehöre. Augenzeugen berichteten von chaotischen Situationen, als im Kino Panik ausbrach. (dapd)
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