Aktuelle Nachrichten – USA
08.02.2012
Foto: AP Photo/Jeff Roberson
Minneapolis – Bei den Vorwahlen der Republikaner in den USA hat ein der ultrakonservativer Außenseiter gleich dreimal triumphiert. Der ehemalige Senator von Pennsylvania, Rick Santorum, siegte am Dienstag in den US-Staaten Minnesota und Colorado. Zuvor entschied er bereits eine nicht bindende Abstimmung im Staat Missouri für sich.
Mit seinem dreifachen Sieg setzt Santorum den bisherigen Favoriten Mitt Romney unter Druck. Zuletzt hatte Romney die Vorwahlen in dem bevölkerungsreichen Staat Florida gewonnen. Für Santorum waren die Siege am Dienstag die ersten, nachdem er sich im Januar in Iowa mit nur wenigen Stimmen Vorsprung durchgesetzt hatte.
Sehr konservative Republikaner beäugen Romney, den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts, nach wie vor mit Argwohn, weil er früher moderate Ansichten zu Abtreibung und Homosexuellenrechten vertrat. Romneys Versuch, vor allem die Ultrakonservativen von sich zu überzeugen, schien durch das gute Abschneiden Santorums vorerst gescheitert zu sein.
Santorum präsentiert sich als Hardliner. "Der Konservativismus lebt und ist guter Dinge in Missouri und Minnesota", rief Santorum seinen Anhängern am Abend in St. Charles in Missouri zu. Er ist Abtreibungsgegner und spricht sich gegen die Gleichstellung von Homosexuellen aus. Vor allem in Minnesota versuchte Santorums Wahlkampfteam, evangelikale Pfarrer und Mitglieder der Tea Party für sich zu gewinnen.
"Ich bin nicht die konservative Alternative zu Mitt Romney, ich bin die konservative Alternative zu Barack Obama", rief Santorum seinen Anhängern bei seiner Ansprache im Hauptquartier seines Wahlkampfteams zu. Allerdings vertrete sein Konkurrent Romney, was das "Gesundheitssystem, die Klimaerwärmung und die Finanzhilfen für die Wall Street" angehe, die gleichen Positionen wie Obama.
"Dies war ein guter Abend für Rick Santorum. Ich möchte dem Senator Santorum gratulieren, aber ich erwarte, mit seiner Hilfe zum Kandidaten ernannt zu werden", sagte Romney vor Anhängern in Denver in Texas. Romney kann eine besser ausgestattete Wahlkampfkasse und die Unterstützung der etablierten Parteibasis der Konservativen vorweisen.
Romney stellte sich bei seiner Rede im Wahlkampfhauptquartier am Dienstagabend als Außenseiter des Systems Washington dar. Als Einziger habe er niemals im Politikbetrieb der Hauptstadt gearbeitet, sondern habe vor allem in der privaten Wirtschaft Erfahrung gesammelt. Obama sei an seinen eigenen Zielen gescheitert. "Obama hat versagt – wir werden Erfolg haben", sagte Romney in seiner Rede immer wieder.
Santorums Siege in Minnesota und Colorado brachte ihm weitere Delegierte für den Parteitag der Republikaner im August in Florida ein, auf dem der Präsidentschaftskandidat bestimmt wird. Derzeit verfügt Romney über 107 Delegierte, Santorum über 45 und Newt Gingrich über 32. Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat sind die Stimmen von 1.144 Delegierten notwendig.
Am 28. Februar werden die nächsten Abstimmungen in Michigan und Arizona abgehalten. Am 6. März folgt der sogenannte Super Thursday, wenn Republikaner in insgesamt zehn Staaten aufgerufen sind, für die jeweiligen Kandidaten zu stimmen. (dapd)
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