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Zwei Dutzend Festnahmen auf vier Kontinenten USA melden beispiellosen Schlag gegen internationalen Online-Betrug

Tom Hays / AP

27.06.2012

Weltweiter Datenklau.   Foto: Gerd Altmann / pixelio.de
Weltweiter Datenklau.

Foto: Gerd Altmann / Pixelio

New York – Internationalen Fahndern sind in einer beispiellosen verdeckten Operation gegen Online-Betrug auf vier Kontinenten zwei Dutzend Verdächtige ins Netz gegangen. Wie US-Ermittler am Dienstag in New York mitteilten, richtete sich der Einsatz gegen Hacker, die in Internet-Foren gestohlene Bank- und Kreditkartendaten austauschten.

Die Festnahmen hätten Verluste in Höhe von insgesamt etwa 205 Millionen Dollar (164 Millionen Euro) verhindert, mehr als 400.000 potenzielle Betrugsopfer seien im Visier der Verdächtigen gewesen. Verdeckte Ermittler hätten die in den USA, Europa, Asien und Australien aktiven Verdächtigen im Juni 2010 mit einer eigenen Website namens "Carder Profit" in die Falle gelockt, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Strafanzeige. Diese habe als "Online-Treffpunkt" gedient, über den die FBI mutmaßliche Internetkriminelle aufgespürt, überwacht, identifiziert und deren Aktivitäten durchkreuzt habe.

In einem Fall kauften die Agenten nach eigenen Angaben 15 gestohlene Datensätze, die mit Kundenkonten der Kreditkartenfirmen American Express, MasterCard und Discover in Verbindung stehen. Der Verkäufer war dem Vernehmen nach ein 19-jähriger New Yorker, der bei seiner Mutter lebt und im Netz als "OxideDox" bekannt ist. Der 19-Jährige und ein 18-Jähriger wurden wegen Betrugs formal beschuldigt, jedoch nach kurzen Anhörungen vor einem Gericht in Manhattan gegen Kaution wieder freigelassen.

Bis zu 20 Jahre Haft möglich

Elf Personen wurden in den US-Staaten New York, Florida, Wisconsin und Kalifornien festgenommen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 20 Jahren Haft. Dreizehn weitere Verdächtige gingen den Ermittlern zudem in Großbritannien, Bosnien, Norwegen, Italien, Japan und andernorts ins Netz. Zudem wurden in Australien und Kanada Durchsuchungsbefehle erlassen.

Ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI bestätigte die Festnahmen als Ergebnis einer zweijährigen Ermittlungsarbeit. US-Staatsanwalt Preet Bharara bezeichnete die Ermittlungen als Zeichen dafür, dass sich Betrüger nicht darauf verlassen könnten, "sich anonym und straflos im Internet herumzutreiben".(dapd)

 

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