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USA starten Konkurrenz-Vertrag zum Kyoto-Protokoll

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28.07.2005

Vientiane/Washington - Als Konkurrenz zum Kyoto-Protokoll hat der weltweit größte Umweltverschmutzer USA mit fünf asiatisch-pazifischen Ländern ein eigenes Abkommen zum Klimaschutz erarbeitet. Die Initiative sieht gemeinsam mit Australien, China, Indien, Japan und Südkorea die Entwicklung sauberer Energie-Technologien vor, verbindlich vorgeschriebenen Reduktionsziele für Emissionen gibt es nicht. Kritiker befürchten, das Abkommen könnte das erst im Februar in Kraft getretene Kyoto-Protokoll untergraben.

Die so genannten Asien-Pazifik-Partnerschaft für Saubere Entwicklung und Rettung des Klimas sei als Ergänzung zu Kyoto gedacht, nicht als Alternative, sagte der stellvertretende US-Außenminister Robert Zoellick am Donnerstag im laotischen Vientiane. US-Präsident George W. Bush sprach laut einer in Washington veröffentlichten Erklärung von einer «ergebnisorientierten Partnerschaft». Im November soll im australischen Adelaide auf Ministerebene mit der konkreten Ausarbeitung begonnen werden.

Der australische Umweltminister Ian Campbell sagte, Canberra und Washington hätten in den vergangenen zwölf Monaten an dem neuen Abkommen gearbeitet, das die Einbeziehung der boomenden und deshalb viel Energie verbrauchenden Industrien in China und Indien bringe. Das Kyoto-Protokoll bezeichnete er als gescheitert. Der australische Außenminister Alexander Downer betonte, der Schlüssel zur Lösung der Klima-Probleme liege vielmehr in der Entwicklung sauberer und wirtschaftlicher Energien.

Allein die USA sind für ein Viertel aller in die Atmosphäre ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Bush hatte als eine seiner ersten Entscheidungen als Präsident die Zustimmung seines Vorgängers Bill Clinton zum Kyoto-Protokoll zurückgezogen. Er kritisierte, dass darin nur die Industrieländer zur verbindlichen Reduzierung ihres Ausstoßes von Treibhausgasen verpflichtet werden, nicht aber die Entwicklungsländer. Auch Australien hat das Protokoll nicht ratifiziert.

Die australische Opposition erklärte, das Partnerschafts-Abkommen sei bedeutungslos. Greenpeace nannte die Initiative Zeitverschwendung, da die USA und Australien noch nicht einmal bestehende Vereinbarungen umgesetzt hätten. Auch die australische Sektion der Umweltorganisation betonte, geheim ausgehandelte und selektive Abkommen würden den Klimaschutz nicht verbessern. Dies sei nur durch einen Beitritt zum Kyoto-Protokoll möglich.

Trotz freiwilliger Programme zum Klimaschutz steigen die weltweiten Emissionen jährlich um durchschnittlich 1,5 Prozent.

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