Teheran/Washington – Die USA und der Iran wollen nach Jahren erbitterter Feindschaft einen Neuanfang wagen. Sowohl US-Präsident Barack Obama als auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad betonten ihre Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. „Die Welt tritt ein in eine Ära des Dialogs und der Vernunft“, sagte Ahmadinedschad am Dienstag. Vor mehreren hunderttausend Menschen in Teheran erklärte er zum 30. Jahrestag der Islamischen Revolution, seine Regierung sei zu Gesprächen mit Washington bereit, doch müssten diese in einer „fairen Atmosphäre und in gegenseitigem Respekt“ stattfinden.
Als mögliche Gesprächsthemen schlug der als Hardliner geltende Ahmadinedschad den Kampf gegen den Terrorismus, die Abschaffung von Atomwaffen, den Umbau des Weltsicherheitsrats und den Kampf gegen den Drogenschmuggel vor. „Die iranische Nation ist das größte Opfer von Terrorismus“, sagte er. Die Welt stehe am „Scheideweg, da es sich erwiesen hat, dass militärische Macht nicht erfolgreich ist“, sagte er unter Anspielung auf die Krieg der USA im Irak und Afghanistan.
Obamas Regierung habe erklärt, dass sie eine Reihe von Änderungen bewirken wolle, sagte Ahmadinedschad. Er hoffe, dass diese „grundlegend und nicht nur taktischer Natur“ seien.
Im Mittelpunkt der Ansprache auf dem Freiheitsplatz der iranischen Hauptstadt standen die Leistungen des Irans in den vergangenen 30 Jahren. In der Menschenmenge waren zahllose Fahnen, Transparente und Luftballons zu sehen.
Obama hatte zuvor erklärt, er werde auf den Iran zugehen. Seine Regierung suche nach Themenfeldern, bei denen in den nächsten Monaten ein konstruktiver Dialog möglich sei, sagte er am Montagabend auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Es sei aber viel Misstrauen zu überwinden. Die USA signalisierten, dass man die Dinge anders angehen wolle. Es sei nun an der Zeit für Teheran, das gleiche zu tun.
Es sei nicht akzeptabel, dass der Iran Terrorgruppen unterstütze. Das iranische Atomprogramm könne zudem zu einem neuen Wettrüsten in der Region führen, warnte Obama. (AP)
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