Aktuelle Nachrichten – Welt
04.12.2009
Moskau – Russland und die USA wollen die Bestimmungen des Atom-Abrüstungsvertrags START I auch nach seinem Ablaufen respektieren. In einer am Freitag vom Kreml veröffentlichten gemeinsamen Erklärung versprachen US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew, „im Geist“ des um Mitternacht ablaufenden Vertrags weiter zusammenzuarbeiten. Unterhändler beider Seiten arbeiteten unterdessen mit Hochdruck an einem Nachfolgeabkommen.
Das russische Außenministerium teilte am Freitag mit, die Verhandlungen stünden kurz vor dem Ende. Der neue Vertrag solle „ein weiterer Markstein der Abrüstung und Nichtweiterverbreitung“ von Atomwaffen sein und „die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA auf eine höhere Ebene“ führen.
Der 1991 geschlossene START-I-Vertrag setzte das Ende der Laufzeit für Freitag 24.00 Uhr fest. Das von Michail Gorbatschow und George Bush unterzeichnete Abkommen begrenzte die Zahl der strategischen Atomwaffen auf jeweils etwa 6.000. Beide Seiten mussten deswegen ihre Arsenale um etwa ein Viertel verkleinern.
Die Kontrollmechanismen sind das letzte größere Hindernis, das den Verhandlungen über einen Nachfolgevertrag noch im Wege steht. Die inhaltliche Substanz des Rüstungskontrollabkommens haben Obama und Medwedew bereits im Juli vorgegeben: Innerhalb von sieben Jahren soll die Zahl der Atomsprengköpfe auf jeweils 1.500 bis 1.675 reduziert werden.
Vor allem die USA sind an einem raschen Abschluss interessiert, um die verbesserten Beziehungen zum Kreml zu demonstrieren. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass es bereits während der Europa-Reise Obamas in der nächsten Woche zu einer Unterzeichnung kommt. Obama nimmt am kommenden Donnerstag in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen. (AP)