Foto: Sandy Meier
„Ich fuhr das Fleisch vom Schwein mir zentnerweise ein
Und auch so manche Kuh hab ich schon verschlungen
Doch mit dem Fleischgenuss ist für mich endlich Schluss
Mein Gewissen hat mich dazu gezwungen
Ich werd niemals dick und rund weil ich mich gut ernähr
Von jetzt an leb ich gesund und bin zu Tieren fair
Denn für mich macht niemand Tiere tot
Ich leg mir Löwenzahn aufs Brot - Halleluja"
Das singen „die Ärzte" in ihrem Lied „Blumen". Es stimmt bestens ein auf das Thema der ersten Berliner Veggie-Parade am Sonnabend: Geschätzte 250 bis 500 sich fleischlos ernährende Menschen marschierten vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor, um zu zeigen, was Tierschutz für sie bedeutet: keine Tiere zu essen. Zig Aktivisten trugen Rinderkostüme, andere waren als Schweine, Hühner oder anderes Getier verkleidet. Sie trugen Schilder und Transparente wie: „Fleisch essen ist kein Tierschutz." Darüber stimmen alle überein. Veganer, die auf alle tierische Produkte nicht nur in der Ernährung sondern auch in der Kleidung und Wohnung (Leder, Wolle) und in der Kosmetik (z.B. Hyaluronsäure) verzichten, machen darauf aufmerksam, dass echte Tierschützer auch auf Eier und Milchprodukte verzichten sollten. Milchkühe etwa produzieren Milch, weil sie künstlich befruchtet werden und Kälber gebären. Diese Kälbchen werden ihnen aber schon kurz nach der Geburt weggenommen, worunter beide leiden. Dazu kommen für alle Nutztiere in Nicht-Bio-Betrieben die Qualen unter den artfremden Bedingungen der Massentierhaltung.
Als weitere Gründe für eine von tierischen Produkten freie Ernährung nennen die Aktivisten unter anderem, dass für eine fleischbasierte Ernährung weit mehr Flächen, Wasser und Energie verbraucht werden, als für eine pflanzliche Ernährung. „Verschiedene Studien belegen immer wieder, dass der Konsum tierischer Produkte den größten Anteil am eigenen ökologischen Fußabdruck hat", sagt Mahi Klosterhalfen, der Vizepräsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt in einem Gespräch mit der Epoch Times, „das heißt, wer seine Ernährung auf vegan umstellt, spart mehr CO2 ein, als wenn er sein Auto verschrottet und nicht mehr in den Urlaub fliegt. Er wäre auf einen Schlag total öko."
Die Parade endete gegen Mittag mit einem „Die In", bei dem die vegan oder vegetarisch lebende Aktivisten in einem Kreis wie tot auf dem Pariser Platz lagen, um so darauf aufmerksam zu machen, wie viele Tiere täglich für Braten, Steaks, Schnitzel und Wurst sterben. Mahi Klosterhalfen findet, das könnte außerdem darstellen, wie viele Menschen nicht Hungers sterben müssten, wenn die Felder, auf denen Viehfutter wächst, für die Ernährung der Menschen genutzt werden würden.
Die vorgeschlagene Lösung wurde ebenfalls beim „Die In" gezeigt, beziehungsweise schriftlich gegeben: die als Kühe und Schweine kostümierten Aktivisten legten sich zweimal so auf den Pariser Platz, dass ihre Körper die Buchstaben für folgende Schriftzüge bildeten: „go vegan" und „go veggie".
Doch selbst wenn manche Fleischliebhaber erst einmal anfangen würden, seltener und dann nur Bio-Fleisch zu essen, würde der Veganer Klosterhalfen sich schon freuen: „Das kann ein erster Schritt sein. Denn dann kommt es von allein, dass man merkt, es gibt ja wirklich tolle vegetarische Alternativen." Und wer dann auf rein vegetarische Ernährung kommt, hat auch ganz persönliche Vorteile. Beim Skandal um Dioxin in Fleisch und Eiern im Frühjahr brauchten Vegetarier und Veganer keine Sorge um ihre Gesundheit zu haben. „Die American Dietetic Association (ADA), der größte Verband von Ernährungsexperten, die sagen, dass eine gute geplante vegetarische Ernährung nicht nur hilft, den typischen Volkskrankheiten vorzubeugen - wie Herzinfarkt, Übergewicht, Diabetes -, sondern auch dabei helfen kann sie zu heilen. In einer gut geplanten pflanzlichen Ernährung steckt enormes Potential für die Gesundheit."
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