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Rialto-Brücke Venedig-Bild von Francesco Guardi erstmals in Deutschland zu sehen

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23.03.2011

Die Rialto-Brücke in Venedig.   Foto: peter909 / pixelio.de
Die Rialto-Brücke in Venedig.

Foto: peter909 / Pixelio

Frankfurt/Main – Ein großformatiges Ölgemälde mit einer Ansicht Venedigs von Francesco Guardi (1712 bis 1793) ist am Mittwoch für einen Tag erstmals öffentlich in Deutschland zu sehen. Das Auktionshaus Sotheby's zeigt das Bild "Venedig, eine Ansicht der Rialto-Brücke, nach Norden schauend, von der Fondamenta del Carbon" in seiner Frankfurter Dependance, bevor es am 6. Juli in London zur Versteigerung kommt. Der Schätzpreis liegt bei 20 Millionen Pfund (umgerechnet rund 23 Millionen Euro).

Nach Angaben des Auktionshauses wird das 115 hohe und 199,5 Zentimeter breite Gemälde das erste Mal seit mehr als 240 Jahren außerhalb Englands und Irlands gezeigt. Der Sotheby's-Experte für Alte Meister, George Gordon, sagte am Dienstag, Guardi habe die Ansicht des geschäftigen Treibens an der Rialto-Brücke an einem Spätnachmittag im Jahr 1768 gemalt. Im Herbst desselben Jahres erwarb es der englische Venedig-Tourist Chaloner Arcedeckne. Ob das Gemälde zu dem Zeitpunkt schon fertig war oder Guardi auf Bestellung Arcedecknes arbeitete, sei unklar.

Bekannt sei aber, dass sich das Bild seither nur in Besitz der Familie Arcedecknes und in dem der Familie von Sir Edward Guinness befand, sagte Gordon. Der Ire Guinness habe es 1891, kurz nach dem Börsengang seiner für sein dunkles Bier berühmten Brauerei, erworben. "Das Bild wurde quasi mit Bier gekauft", sagte Gordon. Ausgestellt worden sei es nur zwei Mal kurzzeitig in London, zuletzt 1955.

"Intensivere Atmosphäre als bei Canaletto"

Der Experte rühmte an dem Bild die "rhythmische Komposition" von Booten, Brücke, Häusern und Figuren im Vordergrund und die "intensivere Atmosphäre", die Guardi im Vergleich zu seinem Lehrer und späteren großen Rivalen Canaletto in seinen Gemälden eingefangen habe. Guardi sei das insbesondere durch die Darstellung eines wolkigen und von Dunst durchzogenen Himmels gelungen, sagte Gordon.

Guardi malte nach Auskunft des Kunstexperten insgesamt vier großformatige Venedig-Ansichten. Eine ging demnach bei einem Brand verloren. Eine andere ist noch im Besitz der Nachfahren von Guinness, die das nun zur Versteigerung stehende Gemälde erstmals auf dem offenen Markt anbieten. Das vierte schließlich, ein weiter Blick auf die Giudecca-Inselgruppe südlich Venedigs, wurde 1989 für knapp zehn Millionen Pfund versteigert. Zu jener Zeit war das der zweithöchste für ein Altmeistergemälde je erzielte Preis, wie Sotheby's berichtet.

Das Guardi-Gemälde ist am Mittwoch, 23. März, von 10.00 bis 22.00 im Sotheby's-Büro in Frankfurt, Mendelssohnstraße 66, zu besichtigen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.  (dapd)

 

 

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