Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
21.01.2012
Foto: AP Photo/Hermann J. Knippertz
Ehingen/Berlin – Der Firmenpatriarch Anton Schlecker soll zur Sanierung der Drogeriekette sein Privatvermögen einsetzen und Offenheit nach außen zeigen, so die Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. "Er muss sich auf jedem Fall mit seinem eigenen Vermögen beteiligen", sagte eine ver.di-Sprecherin am Samstag. Das beläuft sich nach Schätzungen auf rund drei Milliarden Euro. Schlecker mit deutschlandweit etwa 30.000 Mitarbeitern will in den nächsten Tagen einen Antrag auf Plan-Insolvenz einreichen.
Ein solcher Schritt sei auch ein Signal an potenzielle Geldgeber, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Schlecker müsse in der Sache "klar und offen" kommunizieren, forderte sie weiter.
Das Instrument der Plan-Insolvenz hält nach Einschätzung der ver.di-Sprecherin Nachteile aber auch Vorteile bereit. "Ein Vorteil könnte sein, dass das Unternehmen nicht so einfach zu zerschlagen ist", sagte sie. Als weiterer Vorteil könne sich erweisen, dass Schlecker gleich ein Sanierungskonzept vorweisen muss. Damit fange das Unternehmen nicht bei Null an.
Schlecker besitzt das größte Filialnetz aller Wettbewerber, hatte in den letzten Jahren aber an Umsätzen eingebüßt und schrieb drei Jahre in Folge Verluste. Die Konkurrenz verzeichnete dagegen in größeren Filialen Umsatzzuwächse. 2010 verkündete die Familie um Anton Schlecker und seine beiden Kinder Lars und Meike einen Umbau mit größeren und schöneren Läden sowie einer besseren Kommunikation.
"An diesem Schritt wäre Schlecker nicht vorbeigekommen", sagte die ver.di-Sprecherin. Das Unternehmen habe am Konzept und gleichzeitig am Image arbeiten müssen, das unter anderem durch Meldungen über Lohndumping gelitten hatte. Die Drogeriekette Schlecker befinde sich seit Mitte 2010 in einer umfassenden Restrukturierung und habe bereits eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht.
(dapd)
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