München – Im Streit um die Ausgliederung von 50.000 Telekom-Mitarbeitern hält die Gewerkschaft ver.di das von Vorstandschef René Obermann genannte Einsparziel von 500 bis 900 Millionen Euro für „völlig unrealistisch“. Ihr Tarifverhandlungsführer Lothar Schröder sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“: „Da muss sich das Management etwas anderes überlegen“.
Der Gewerkschafter machte deutlich, dass auch Obermanns Angebot, das Topmanagement sei ebenfalls zu Abstrichen bereit, ver.di nicht dazu bewegen wird, einer Kürzung der Gehälter um zwölf Prozent zuzustimmen. „Wenn der Vorstand verzichtet, ist das lange nicht das Gleiche wie bei einer Callcenter-Agentin. Hat sie 20 Prozent weniger Lohn, bricht ihr ganzes Familienmodell zusammen“, wird Schröder zitiert, der als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Telekom sitzt.
Bei den Tarifverhandlungen, die Dienstag fortgesetzt werden, geht es um die Anfang März vorgsetellten Pläne Obermanns, zum 1. Juli 50.000 Mitarbeiter von Kundendienst, Netztechnik und Callcentern auszugliedern. In drei neuen Gesellschaften sollen sie vier Wochenstunden länger arbeiten, zum Ausgleich dafür und die Lohnkürzungen will die Telekom den 2008 auslaufenden Kündigungsschutz um weitere zwei Jahre bis 2010 verlängern. (AP)
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