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Blitzmerken dank Zeitlupe Verbessertes Lernen mit digitaler Kamera

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29.01.2012

Der Beutezug der Libellenlarve, ein Fußball im Moment des Abstoßes – viele Phänomene vollziehen sich so schnell, dass man sie nur vage beobachten kann. Foto: Jürgen Acker/  pixelio.de
Der Beutezug der Libellenlarve, ein Fußball im Moment des Abstoßes – viele Phänomene vollziehen sich so schnell, dass man sie nur vage beobachten kann.

Foto: Jürgen Acker/ Pixelio

Schüler aus Real- und Gesamtschulen in Braunschweig und Calberlah / Kreis Gifhorn sind auf naturwissenschaftliche Entdeckungsreisen gegangen - ausgerüstet mit modernen Zeitlupenkameras.

Sie filmten Ereignisse, analysierten sie am Computer und belegten ihre Vermutungen mithilfe der Aufnahmen. Im Rahmen des Pilotprojekts haben Wissenschaftler der TU Braunschweig nachgewiesen, dass der Einsatz einer Kamera beim Lernen Motivation und Merkfähigkeit steigern kann.

Selbst machen bringt Erfolg und Motivation beim Lernen

Die neue Unterrichtsmethode wurde von Dagmar Hilfert-Rüppell, Dagmar Hinrichs und Prof. Maike Looß am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und erprobt. Die Schüler waren begeisterter bei der Sache und behielten auch den Unterrichtsstoff besser als eine Vergleichsgruppe, die Filme ansah, ohne sie selbst hergestellt zu haben.

Digitale Lehrmittel im Unterricht

„Auch Forscher nutzen Hochgeschwindigkeitskameras, um wissenschaftliche Erkenntnisse über schnelle Vorgänge zu gewinnen", erklärt Hilfert-Rüppell, Biologin und Naturfilmerin. Dadurch, dass digitale Kameras für Schulen erschwinglich werden, können die Schüler wie echte Forscher arbeiten. Die Technik ermöglicht ihnen einen einfachen Zugang zur Wissenschaft, indem sie Hypothesen aufstellen, Experimente planen, ausführen und die daraus gewonnenen Daten analysieren und deuten. Die Digitalkameras filmen mit von bis zu 1.200 Bildern pro Sekunde. Damit kann man selbstständig schnellste Bewegungen sichtbar machen.

Kamera im Klassenzimmer

„Wir sind überzeugt davon, dass Zeitlupenkameras künftig bei vielen Lehreinheiten nützlich sein können, insbesondere in den Naturwissenschaften, aber auch bei der Analyse von Bewegungsabläufen im Sportunterricht," erläutert Dagmar Hinrichs. Die Schüler geben ihr Recht: Mehr als 80 Prozent von ihnen würden gerne die Kameras häufiger und auch in anderen Schulfächern nutzen.
Insgesamt 144 Schüler aus den Klassenstufen 8 bis 10 wurden im Rahmen dieses Projektes in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe durfte selbst eine Zeitlupenkamera bedienen und damit Kurzfilme anfertigen. Anschließend übertrugen die 73 Probanden die Filme auf den Computer und untersuchten die Phänomene dort.

Kamera läuft! Aktiv lernen macht schlau

Die Kurzfilme lieferten einen Einblick in sehr schnelle Bewegungsabläufe. Die Vergleichsgruppe analysierte dieselben Phänomene. Vor und nach dem Experiment erhoben die Wissenschaftler Medienkompetenz, Motivation und die längerfristigen Lernergebnisse. „Das Ergebnis hat uns positiv überrascht", fasst die Biologin zusammen. „Bereits nach der ersten Anwendung der Zeitlupenfilmmethode zeigten sich die Schüler aus sechs Klassen motivierter und interessierter als die Vergleichsgruppe. „Wenn Lernende motiviert sind, erlangen sie ein tieferes Verständnis." Auch die langfristigen Lerneffekte konnten gesteigert werden. Im Anschluss an den Unterricht erbrachte der Wissenstest etwa gleiche Werte für beide Gruppen. jedoch drei Wochen später erreichten die Schüler, die selbst mit Kamera gearbeitet hatten und ihre eigenen Filme erstellt hatten, bei demselben Test signifikant bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppe. (idw/aw)

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