Lebensmittel - Aktuelle Nachrichten – Verbraucher in Europa können auf sinkende Milchpreise hoffen – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel

Verbraucher in Europa können auf sinkende Milchpreise hoffen

DAPD

20.03.2008

Eine Milchkuh wird gemolken. Um Milchseen und Butterberge in Europa einzudämmen, wurde 1984 eine Milchquote eingeführt. Sie schreibt den einzelnen Mitgliedstaaten vor, wie viel Milch jeweils für den europäischen Markt produziert werden darf.   (AP Photo/Hermann J. Knippertz)
Eine Milchkuh wird gemolken. Um Milchseen und Butterberge in Europa einzudämmen, wurde 1984 eine Milchquote eingeführt. Sie schreibt den einzelnen Mitgliedstaaten vor, wie viel Milch jeweils für den europäischen Markt produziert werden darf. (AP Photo/Hermann J. Knippertz)

Brüssel – Nach der Teuerungswelle bei Milchprodukten im vergangenen Jahr hat die EU jetzt die Basis für sinkende Preise geschaffen: Die EU-Landwirtschaftsminister beschlossen am Montag eine Erhöhung der Milchquote um zwei Prozent ab April. Neben dem größten Milcherzeuger Deutschland stimmte noch Österreich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, der eine Erhöhung um 2,84 Millionen Tonnen vorsieht und mit der weltweit gestiegenen Nachfrage begründet wird. Frankreich enthielt sich der Stimme, wie es aus Diplomatenkreisen hieß.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hatte zuvor schon sein Veto angekündigt: „Eine Anhebung der Quote zum jetzigen Zeitpunkt ist kontraproduktiv und aufgrund der aktuellen Marktlage den Milchbauern nicht zu vermitteln und damit das falsche Signal“, erklärte Seehofer vor der Abstimmung. „Die Zukunft unserer Milchwirtschaft ist eine Frage von nationalem Rang“, sagte er. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro sei die Milchwirtschaft der umsatzstärkste Bereich der deutschen Landwirtschaft.

Trotz der weltweit gestiegenen Nachfrage hatte es bis zuletzt Bedenken gegen eine Anhebung der Quote gegeben, weil eine Verschärfung des Wettbewerbs für Kleinbauern an schwierigen Produktionsstandorten befürchtet wurde.

Seehofer verweist auf wieder sinkende Preise

Die Milchquote schreibt den einzelnen Mitgliedstaaten vor, wie viel Milch jeweils für den europäischen Markt produziert werden darf. Ziel sind stabile Preise mit der Hilfe von Produktionsbegrenzung.

Mit Blick auf die Teuerungswelle bei Milchprodukten im vergangenen Jahr verwies Seehofer auf derzeit wieder nachgebende Preise. So sei beispielsweise Magermilchpulver seit Herbst 2007 bereits um 40 Prozent günstiger geworden und der Butterpreis seit Jahresbeginn um 35 Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus sei der Rohstoffwert der Milch nach einem Rekordstand im August mit 47,45 Cent pro Kilogramm auf 28,10 Cent pro Kilogramm im Februar 2008 gesunken. „Ich möchte nicht wieder in die Situation der Milchseen und Butterberge kommen“, sagte der Minister.

Zeitplan der Kommission sieht Ende der Quote für 2015 vor

Bislang liegt die EU-weite Quote bei 142 Millionen Tonnen. Die EU-Kommission schätzt, dass für die Jahre 2007 bis 2014 rund acht Millionen Tonnen Milch zusätzlich nötig sind, um die wachsende europaweite Nachfrage vor allem nach Käse zu decken. Für Deutschland erhöht sie sich künftig von derzeit 28,8 Millionen auf 29,4 Millionen Tonnen.

Neben der Weitergabe dieser erhöhten Quote an die Bauern, die dann mehr produzieren dürften, gibt es theoretisch auch die Möglichkeit, das Plus auf Über-Lieferungen anzurechnen. Ein Vorschlag seitens des Ministeriums existiert aber noch nicht, wie es auf AP-Anfrage in Berlin hieß.

Der Zeitplan der EU-Kommission sieht derzeit vor, dass die 1984 eingeführte Mengenbegrenzung für die Milchproduktion 2015 ausläuft, wobei die Brüsseler Behörde eine allmähliche Anhebung der Produktionsmengen bis dahin befürwortet. (AP)

 

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