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Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel

Nährwertinformationen Verbraucher wollen Ampelkennzeichnung für Lebensmittel

DAPD

14.06.2010

Berlin (apn) Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen fordern die Einführung der Ampelkennzeichnung für eine verständliche Nährwertinformation auf Lebensmittelverpackungen. „Mit der Ampel kann man unkompliziert gesünder einkaufen und braucht dazu weder eine Leselupe noch ein 'Lebensmittel-Abitur'“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, am Montag in Berlin.

Ein Bündnis aus Verbraucherzentrale Bundesverband, der GKV-Spitzenverband, die AOK, die Bundesärztekammer, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft sowie die Gesamtorganisation diabetesDE hält es für dringend notwendig, dass Verbraucher eine klare und auf einen Blick verständliche Orientierung über die Zusammensetzung von Lebensmitteln erhalten. Europaweit soll demnach eine Ampelkennzeichnung für die Nährstoffe Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz auf der Vorderseite der Lebensmittelverpackung verpflichtend sein.

„Rot“ für Käsebrot, Früchtemüsli und Bananen

Das von der Lebensmittelwirtschaft präferierte sogenannte GDA-Modell, bei dem für Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz der Anteil einer Portion am Tagesbedarf dargestellt wird, lehnen die Verbraucher- und Gesundheitsverbände ab, da es laut wissenschaftlichen Untersuchungen schwer verständlich sei. Drei Viertel der Verbraucher halten die Ampel demnach bei Kaufentscheidungen für hilfreicher und verständlicher und bevorzugen diese im Vergleich zur GDA-Kennzeichnung.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sowie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatten vor der Einführung der Ampel gewarnt. BLL-Hauptgeschäftsführer Matthias Horst erklärte, ein Ampelsystem mit drei Farben sei zu simpel und nutze den Verbrauchern nichts. So erhielten eigentlich gesunde Produkte wie Käsebrot, Früchtemüsli oder Bananen beispielsweise ein „rot“ wegen ihres hohen Fett- oder Zuckergehalts. Ernährung sei nun mal komplex, und auch Fett und Zucker gehörten zu einer ausgewogenen Ernährung.

Am Mittwoch entscheidet das Europaparlament in erster Lesung über die sogenannte Lebensmittelinformationsverordnung. Im März stimmte der zuständige Umweltausschuss der EU-Parlamentarier gegen eine Ampel. Die Verbraucher- und Gesundheitsorganisationen hoffen jetzt auf das Plenum. (AP)

www.vzbv.de

 

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