Umwelt – Verbraucher wünschen sich artgerechtere Tierhaltung – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Umwelt

Verbraucher wünschen sich artgerechtere Tierhaltung

DAPD

11.07.2007

Berlin – Die Verbraucher wünschen sich von den Bauern eine umweltfreundlichere Produktion und artgerechtere Tierhaltung. Das ergab eine Umfrage von TNS emnid, die der Deutsche Bauernverband am Mittwoch in Berlin präsentierte. Nur 42 Prozent von 1.000 Befragten meinen, dass Tiere heute in der Landwirtschaft artgerechter gehalten werden als früher. Immerhin 58 Prozent glauben aber, dass die Bauern Rücksicht auf die Umwelt nehmen.

Umweltfreundliche Produktion und artgerechte Tierhaltung sind laut Umfrage die Punkte, in denen die Realität am stärksten vom Idealbild der Verbraucher abweicht, wie Torsten Schneider-Haase von emnid erläuterte. Demgegenüber sind Wunsch und Wirklichkeit bei der Preishöhe und der Nutzung moderner Technik nah beieinander. Knapp über 90 Prozent der Befragten glauben, dass tiergerechte Haltung und die Sicherung einer hohen Qualität von Lebensmitteln zu den wichtigsten Aufgaben der Landwirte gehören. Nur zehn Prozent meinen, dass die Nutzung von Gentechnik dazugehört. 69 Prozent vertreten die Auffassung, dass Tiere auch in größeren Beständen artgerecht gehalten werden können.

Am höchsten ist das Interesse der Verbraucher laut TNS emnid mit 93 Prozent an der Qualität der Lebensmittel. 90 Prozent interessierten sich für den Umgang mit den Tieren, 81 Prozent für den biologischen Landbau und 75 Prozent für die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Image der Bauern verbesserte sich gegenüber 2002 nur leicht. So sahen 18 Prozent – gegenüber elf Prozent vor fünf Jahren – die Landwirtschaft positiv. Diejenigen, die negative Assoziationen äußerten, verringerten sich von 29 auf 23 Prozent. 49 Prozent – zuvor 45 Prozent – stehen dem Bauernstand neutral gegenüber. Gleichwohl gaben 48 Prozent an, dass Landwirt der drittwichtigste Beruf nach Arzt und Lehrer ist.

Verbandspräsident Gerd Sonnleitner verteidigte die Tierhaltung in der konventionellen Landwirtschaft. Es seien „enorme Fortschritte“ erreicht worden, sagte er unter Verweis auf die Reform der Schweine- oder Legehennen-Haltungsverordnung. „Boxenlaufställe, Liegematten, Melkautomaten, Klimaanlagen, vollautomatische Beleuchtungsanlagen sind nur einige zum Standard gewordene Beispiele fortschrittlicher Haltung zum Wohle der Tiere“, sagte er. Auch eine optimale Futterversorgung sei dank moderner Konservierungsverfahren kein Problem mehr. Die Zeiten tropfnasser, dunkler Ställe und verfaulter Futterrationen seien vorbei. Bei dem „hochemotionalen Thema der Nutztierhaltung“ hätten diese Punkte den Verbrauchern aber nicht vermittelt werden können, bedauerte er.

http://www.bauernverband.de/ (AP)

 

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