Aktuelle Nachrichten – Verbraucherschutz
18.08.2007
Hamburg – Nach dem weltweiten Rückruf von gesundheitsgefährdendem Kinderspielzeug wird die Forderung nach einem europäischen Einfuhrstopp für Spielwaren aus China lauter. „Das wäre ein Signal, das Peking sofort verstünde“, sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Er warf Bundesregierung und EU-Kommission zugleich mangelndes Problembewusstsein angesichts der Masse der Funde von giftigen Gebrauchsgütern aus Fernost vor. So seien die Kontrollen an den EU-Außengrenzen völlig ungenügend, sagte Billen. China sei inzwischen zum größten Exporteur von Spielwaren nach Europa aufgestiegen und zeige nicht die geringste Bereitschaft, europäische Sicherheitsstandards einzuhalten. „Das müssen EU-Kommission und Bundesregierung endlich begreifen und härter durchgreifen“, betonte der Verbraucherschützer.
Der amerikanische Mattel-Konzern hatte zuletzt zwei Mal innerhalb von knapp zwei Wochen gesundheitsschädliche Spielzeuge zurückrufen müssen. Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ wollen Tchibo und KarstadtQuelle als Konsequenz ihre Kontrollen bei der Produktion von Spielzeug in China verschärfen. Eine Tchibo-Sprecherin kündigte dem Blatt zufolge an, das Unternehmen werde die Waren strenger prüfen und mehr Stichproben vornehmen.
KarstadtQuelle will laut „Wirtschaftswoche“ Lieferanten in China intensiver schulen, damit diese ihre Subunternehmer und Lieferanten besser kontrollierten. Der Handelsriese Metro, der 70 Prüfer in China beschäftige, wolle unabhängig vom Mattel-Vorfall die Sicherheitsvorkehrungen ausweiten und vom nächsten Jahr an das Qualitätsmanagement der Lieferanten von externen Instituten testen lassen. (AP)
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