Hamburg – China verstärkt nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes die elektronische Spionage in deutschen Unternehmen. „In letzter Zeit haben wir verstärkt chinesische Hackerangriffe festgestellt“, sagte der Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans Elmar Remberg, der „Financial Times Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Auch andere westliche Staaten registrierten mehr Wirtschaftsspionage aus China, sagte Remberg.
Nach Schätzungen des Verfassungsschutzes entstehen der deutschen Wirtschaft durch Know-how-Diebstahl jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Vor allem die wichtigen deutschen Handelspartner Russland und China betreiben laut Remberg Wirtschaftsspionage in der Bundesrepublik. „Während die russischen Dienste noch primär mit klassischen Agenten arbeiten, sind die Chinesen nach unseren Erkenntnissen hauptsächlich auf dem elektronischen Sektor aktiv“, sagte Remberg dem Blatt.
Als besonders gefährdet gelten nach diesen Angaben deutsche Mittelständler. „Ein neues Sicherheitsrisiko stellt die bei Firmen beliebte Internettelefonie dar. Hier potenzieren sich zwei Gefahren: Kommunikation an sich und das Internet“, sagte Remberg. Der Verfassungsschutz halte zudem Praktikanten für eine mögliche Gefahrenquelle.
(AP)
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