Stuttgart – An einem Blitzschlag sterben in Deutschland nur noch wenige Menschen. Verletzungen kommen dagegen häufiger vor. Wer in ein Gewitter gerät, sollte wissen, wie man sich am besten schützt.
Jedes Jahr sterben in Deutschland drei bis sieben Menschen nach einem Blitzschlag, wie der Mediziner Emil Reisinger von der Universität Rostock berichtet. Gefährdet sind neben Arbeitern vor allem Wanderer und Schwimmer.
Noch in 20 Kilometern Entfernung vom eigentlichen Gewitter können Blitze einschlagen. Treffen sie einen Menschen, dann wirken für einen winzigen Sekundenbruchteil bis zu 100 Millionen Volt auf den Körper ein. Die Elektrizität meidet Knochen und Haut, wo der elektrische Widerstand hoch ist, und schädigt vor allem Nerven, Muskeln und Blutgefäße, die den Strom besser leiten.
Zur Vorbeugung rät Reisinger Wanderern und Freizeitsportlern, stets den Wetterbericht zu beachten und Aktivitäten möglichst auf die Morgenstunden zu verlegen, da Gewitter meist nachmittags auftreten. Besonders gefährlich ist der Aufenthalt auf Bergkämmen und Höhenzügen.
Gerät man in ein Gewitter, sollte man große Bäume oder Sendemasten unbedingt meiden. Stattdessen empfiehlt es sich, auf einer Freifläche in die Hocke zu gehen und die Füße dicht aneinanderzustellen. Reisinger rät im Fachblatt „Deutsche Medizinische Wochenschrift“ davon ab, sich flach auf den Boden zu legen, denn dies vergrößert die Angriffsfläche.
Zudem sollte man Handys und andere elektronische Geräte ausschalten und keinesfalls einen Regenschirm aufspannen. Autoinnenräume bieten zuverlässig Schutz, so lange man keine Metallteile berührt. Wird dennoch ein Mensch vom Blitz getroffen, droht ein Herzstillstand. Dann sollten Augenzeugen nach dem Notruf zügig mit der Wiederbelebung beginnen. Die Erfolgsquote liegt in den ersten fünf Minuten bei über 80 Prozent.
(Quelle: „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“, Vol. 134, S. 1214-1217) (AP)
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