China News - Gesellschaft – Verschärfte Kontrollen nach Fund belasteter Bonbons – DAPD
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Milchskandal: Verdächtige Ware auch in Hamburg und Brandenburg Verschärfte Kontrollen nach Fund belasteter Bonbons

DAPD

02.10.2008

In Baden-Württemberg sind mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milchbonbons eines chinesischen Herstellers aufgetaucht. Es handele sich um die Marke "White Rabbit", sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Stuttgart. Der chinesische Hersteller und der holländische Importeur hätten einen Rückruf gestartet. (AP Photo/Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, HO)
In Baden-Württemberg sind mit der Chemikalie Melamin verseuchte Milchbonbons eines chinesischen Herstellers aufgetaucht. Es handele sich um die Marke "White Rabbit", sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Stuttgart. Der chinesische Hersteller und der holländische Importeur hätten einen Rückruf gestartet. (AP Photo/Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, HO)

Stuttgart – Im Skandal um verseuchte Milchprodukte aus China hat der baden-württembergische Verbraucherminister Peter Hauk die Kunden zu mehr Vorsicht aufgerufen. Der CDU-Politiker nannte am Donnerstag in Stuttgart als mögliche betroffene Produkte Milchbonbons, Milchschokolade und sogar Frühlingsrollen. In Baden-Württemberg waren mit der Chemikalie Melamin belastete Milchbonbons aufgetaucht. Auch in Hamburg und Brandenburg gab es erste Verdachtsfälle. Die Behörden kündigten weitere Kontrollen an.

Verbraucherschützer forderten eine striktere Kennzeichnung von Lebensmitteln. „Dazu gehört vor allem, dass die Herkunft der wichtigsten Bestandteile klar angegeben ist“, sagte die Ernährungsexpertin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Angelika Michel-Drees. Darüber hinaus müssten die Kontrollen der Behörden verstärkt werden, „und zwar nicht erst, wenn ein Skandal aufgedeckt worden ist“, betonte sie.

Großes Ausmaß krimineller Energie beklagt

Der aktuelle Fall zeigt nach ihrer Einschätzung deutlich, „wie viel kriminelle Energie im Lebensmittelbereich vorhanden ist“. Der Appell für eine strengere Nahrungskennzeichnung richte sich an Produzenten, Handel und Politik gleichermaßen. Verbrauchern empfahl die Expertin, bei Unklarheiten nachzufragen und Zweifelsfall zu anderen Produkten zu greifen.

Bei der in Baden-Württemberg gefundenen Ware handelte es sich um die chinesische Marke „White Rabbit“. Auch in Karlsruhe wurden Packungen mit den Bonbons und Schokolade der Marke „White Rabbit Chocolate“ gefunden. Von den jüngsten Funden lägen aber noch keine chemischen Analysen vor, berichtete Hauk. Der CDU-Politiker empfahl, sie nicht zu essen. Der Verkauf wurde gestoppt.

Hauk sagte: „Die chinesischen Behörden haben das Ende der Olympiade abgewartet, um über diesen Fall zu informieren.“ Im vergangenen Jahr habe es Probleme beim Spielzeug gegeben, nun seien chinesische Lebensmittel betroffen.

In Hamburg wurden in einem Asia-Markt mutmaßlich Melamin-belastete Kekse entdeckt und sichergestellt. An Endkunden sei keine Ware verkauft wurden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Die aus China stammenden Kekse seien von einem Importeur in den Niederlanden gekommen.

Weitere Kontrollen angekündigt

Mehrere Ladungen „White-Rabbit“-Bonbons wurden auch in einem Cottbusser Großhandelsbetrieb vom Markt genommen. Die Ware wurde über eine holländische Firma nach Brandenburg importiert, wie ein Sprecher des Brandenburger Agrarministeriums in Potsdam sagte. Die Ergebnisse von Proben stünden noch aus. Es sei sichergestellt, dass die Süßwaren nicht in den Handel kämen.

Auch in anderen Bundesländern wurden verstärkt Kontrollen vor allem in Asia-Geschäften angeordnet. So blieben erste Untersuchungen von Keksen, Milch- und Getränkepulver sowie Tofu und anderen Produkten in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt negativ. In Nordrhein-Westfalen werden Ergebnisse dem Verbraucherministerium zufolge erst in einigen Tagen erwartet.

Bei Melamin handelt es sich um eine Chemikalie, die zur Kunststoffherstellung eingesetzt wird. Die Chemikalie wurde beigemischt, um künstlich einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Erst am Dienstag wurde die Einfuhr bestimmter chinesischer Milchprodukte nach Deutschland verboten. Verseuchte Lebensmittel wurden unter anderem auch in Österreich und den Niederlanden gefunden. (AP)

 

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