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Warten auf Revisionsurteil Verurteilte iranische Regisseure können sich noch frei bewegen

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02.06.2011

Farhadis auf der Berlinale gefeierter Film "Nader und Simin - Eine Trennung" startet am 14. Juli in den deutschen Kinos. Foto: Johannes Eisele/AP Photo
Farhadis auf der Berlinale gefeierter Film "Nader und Simin - Eine Trennung" startet am 14. Juli in den deutschen Kinos.

Foto: Johannes Eisele/AP Photo

Berlin – Der im Iran zu Gefängnis und Berufsverbot verurteilte regimekritische Regisseur Jafar Panahi kann sich derzeit noch frei in Teheran bewegen. "Ich sehe ihn ziemlich oft, wir stehen in engem Kontakt miteinander", sagte der ebenfalls aus dem Iran stammende Regisseur Asghar Farhadi, der mit seinem Film "Nader und Simin" den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann, in einem dapd-Interview in Berlin. Panahi warte wie der ebenfalls verurteilte Regisseur Mohammad Rasoulof auf das Revisionsurteil.

Panahi und Rasoulof waren zu je sechs Jahren Gefängnis und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden, weil sie sich öffentlich kritisch über das iranische Regime geäußert hatten. Beide legten Revision gegen das Urteil ein. Seit nunmehr über fünf Monaten warten sie auf den Fortgang des Prozesses. Während der Filmfestspiele in Berlin und Cannes gab es zahlreiche Solidaritätsbekundungen für beide. In Cannes sorgten sie mit neuen Filmen, die aus dem Iran herausgeschmuggelt worden waren, für Aufmerksamkeit.

Mehr als nur Filmemacher

Farhadi sagte, er habe Panahi in Teheran im Kino, im Theater und mehrfach auf der Straße getroffen. Unter Hausarrest stünde er nicht. Er betonte, für ihn seien Panahi und Rasoulof mehr als nur Filmemacher, sie seien enge Freunde. Er leide mit ihnen. Das Berufsverbot gelte, sie dürften derzeit keine Filme drehen.

Was ihn aber auch beschäftige, sei die Doppelmoral im Westen, sagte Farhadi, der 1972 in Isfahan geboren wurde. Im Iran seien viel mehr Regisseure schon zu Beginn der "Grünen Revolution" 2009 verhaftet und zu Berufsverbot verurteilt worden. "Damals gab es keine Reaktionen dazu", monierte Farhadi. Nichtsdestotrotz sei er über die internationalen Solidaritätsbekundungen für Panahi und Rasoulof sehr froh und berührt.

Farhadis auf der Berlinale gefeierter Film "Nader und Simin - Eine Trennung" startet am 14. Juli in den deutschen Kinos. Geschildert wird darin das Schicksal eines Ehepaars, das mit seiner Tochter das Land verlassen will. Der Mann sagt dann jedoch die Reise ab, weil er seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht verlassen will. Die Frau reicht daraufhin die Scheidung ein, sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus.

(dapd)

 

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