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Verwirrung um Verbleib der Leiche nach tödlicher Darmkeiminfektion

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24.10.2012

Staatsanwaltschaft kennt Identität des an Sarratien verstorbenen Babys nicht Foto: ddp/Oliver Lang
Staatsanwaltschaft kennt Identität des an Sarratien verstorbenen Babys nicht

Foto: ddp/Oliver Lang

Berlin – Nach dem Tod eines Babys durch eine Darmkeiminfektion in der Berliner Charité herrscht offenbar Verwirrung um den Verbleib der Leiche. Zunächst hatten Medien am Mittwoch berichtet, dass die Berliner Staatsanwaltschaft nicht wisse, wo sich die Leiche des Säuglings befinde. Aus dem Deutschen Herzzentrum, in dem das Baby am 5. Oktober gestorben war, hieß es: "Der Weg des Leichnams des Kindes ist nachvollziehbar." Weitere Details nannte eine Sprecherin des Herrzentrums mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Der Berliner Staatsanwaltschaft seien die Identität des toten Babys und auch der Verbleib der Leiche nicht bekannt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch auf dapd-Anfrage. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, versicherte er. Es werde eine Obduktion angestrebt. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall am Montag die Ermittlungen gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass Anfang Oktober ein Neugeborenes an den Folgen einer Infektion mit Serratienkeimen gestorben war. Das Kind war nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im Deutschen Herzzentrum in Berlin operiert worden.

Darüber hinaus sollen sich nach Klinikangaben bereits vor Monaten zwei Babys mit Serratien in der Charité angesteckt haben. Ob es einen Zusammenhang zu den jüngsten Vorfällen gibt, ist noch unklar. Außer dem verstorbenen Säugling hatten sich sieben weitere mit den Darmbakterien infiziert. Sie schweben nicht in Lebensgefahr.

Charité-Arzt attackiert - Kein Zusammenhang zu Keiminfektion

Ebenfalls im Virchow-Klinikum der Charité ist am Dienstag ein Mediziner in seinem Büro von zwei mit Stöcken bewaffneten Unbekannten angegriffen und schwer verletzt worden. Der 44-jährige Arzt wird mit einem Rippenbruch sowie diversen Prellungen und Schürfwunden in einem Krankenhaus behandelt, wie die Polizei mitteilte. Einen Zusammenhang zum Tod des an der Darmkeiminfektion verstorbenen Babys sieht die Polizei jedoch nicht.

Suche nach Infektionsquelle

Die Suche nach der Ursache des Auftretens von Serratien in der Charité läuft unterdessen auf Hochtouren. Bislang gibt es nach Angaben des Gesundheitsamtes des Bezirkes Mitte noch keine konkreten Anhaltspunkte. Es waren Hunderte Proben genommen worden. Allerdings brauchen die Keime auch eine gewisse Zeit, um sich zu entwickeln.

Bislang ergaben Kontrollen auf den betreffenden Frühchenstationen in der Charité und im Deutschen Herzzentrum, dass die Hygienevorschriften eingehalten wurden. Dennoch werden die Desinfektionsprozesse auf den betroffenen Stationen aktiv überwacht. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg und das Robert-Koch-Institut (RKI) unterstützten die Charité bei der Suche nach der Infektionsquelle.

Serratien gehören nach Angaben der Charité bei vielen Menschen zur Darmflora und sind mit Antibiotika gut behandelbar. Bei Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr und bei extrem unreifen Frühgeborenen oder schwerstkranken Neugeborenen könnten sie allerdings Infektionen verursachen.

dapd

 

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