Aktuelle Nachrichten – International
27.12.2011
Manila – Rund eine Woche nach den schweren Überschwemmungen auf den Philippinen herrscht weiter Unklarheit über das Ausmaß der Katastrophe. Die Zahl der Toten wurde am Dienstag zunächst mit mindestens 1.500 angegeben, dann jedoch wieder etwas nach unten korrigiert. Bislang seien 1.249 Leichen geborgen worden, gaben die Behörden bekannt. Wie viele Menschen noch vermisst würden, könne nicht mehr erfasst werden, hieß es. Die Suche werde aber so lange fortgeführt, wie noch Leichen gefunden werden.
Bis zu 100 Kilometer vor der Küste seien noch Tote aus dem Meer geborgen worden, sagte der Chef des Zivilschutzes, Benito Ramos. Viele der Toten konnten bislang nicht identifiziert werden.
Am 16. Dezember fiel rund um Cagayan de Oro im Süden der Philippinen innerhalb von zwölf Stunden mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat. Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt. Mehr als 60.000 Menschen verbrachten Weihnachten in Notunterkünften in überfüllten Schulen und Turnhallen, rund ein Drittel von ihnen Kinder. Die Vereinten Nationen riefen zur Hilfe auf.
Nach weiteren Regenfällen mussten am Dienstag weitere 2.000 Menschen auf der gegenüberliegenden Seite der Insel Mindanao ihre Unterkünfte räumen. Nach Hochwasser in der Stadt Surigao werde ein Kind vermisst, teilten die Zivilschutzbehörden mit.
Präsident Benigno Aquino III., der nach Überschwemmungen im Februar bereits die weitere Abholzung verboten hatte, ordnete eine Untersuchung an. Für Experten gelten der Kahlschlag der Wälder und Bodenerosion als mitverantwortlich für das Ausmaß der Katastrophe.
Kommunistische Aufständische im Süden der Insel drohten internationalen Unternehmen, die sie für die Zerstörung der Umwelt verantwortlich machen: Rebellensprecher Jorge Madlos sagte der Nachrichtenagentur AP am Telefon, dass von den Betreibern großer Ananas- und Bananenplantagen Gelder für die Opfer verlangt worden seien. Einige Plantagenbesitzer hätten nur verhalten reagiert. Das werde berücksichtigt, wenn darüber entschieden werde, wer zuerst für die Zerstörungen bestraft werden solle, drohte Madlos.
Als weiterer Faktor für die hohe Zahl der Opfer gelten illegale Siedlungen entlang des Cagayan Flusses. Tausende Menschen siedelten in Hütten direkt am Flussufer.
(dapd)
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