Kultur – Vielbeschäftigt und preisgekrönt – Nathalie Waehlisch
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Neuer Kommissar Vielbeschäftigt und preisgekrönt

Nathalie Waehlisch

17.08.2011

Brandt spielt zum ersten Mal einen Kommissar in einer Krimireihe. Als adeliger Ermittler Hanns von Meuffels  löst er seinen ersten Fall im "Polizeiruf 110" im Ersten. Foto: Walter Wehner/dapd Photo
Brandt spielt zum ersten Mal einen Kommissar in einer Krimireihe. Als adeliger Ermittler Hanns von Meuffels löst er seinen ersten Fall im "Polizeiruf 110" im Ersten.

Foto: Walter Wehner/dapd Photo

Berlin – Mit einem Film über seinen Vater gelang Matthias Brandt der Durchbruch auf dem Bildschirm. In dem 2003 ausgestrahlten Fernsehzweiteiler "Im Schatten der Macht" spielte der Sohn von Ex-Kanzler Willy Brandt den DDR-Spion und Kanzlerreferenten Günter Guillaume, über den der SPD-Politiker politisch stürzte. Seitdem gehört der heute 49-jährige Matthias Brandt zur ersten Garde der deutschen Fernseh- und Filmschauspieler.

Wandelbar und feinsinnig wirkt er in seinen Rollen. Brandt bleibt beim Zuschauer haften. So wie etwa in dem Film "In Sachen Kaminski", in dem er mit Juliane Köhler ein Ehepaar spielte, das aufgrund geringer Intelligenz das Sorgerecht für ihre fünfjährige Tochter verliert. Brandt erhielt für die Rolle den Bayerischen Fernsehpreis. Für seinen Part in dem Film "Die zweite Frau", in dem er mit Monica Bleibtreu als Mutter-Sohn-Gespann zu sehen war, bekam er einen Grimmepreis.

Goldene Kamera als bester Schauspieler

Bei der Verleihung der Goldenen Kamera wurde er 2008 als bester Schauspieler ausgezeichnet. Der vielbeschäftigte Mime war nach Ansicht der Jury 2007 durch sein Spiel in den ARD-Produktionen "Die Frau am Ende der Straße" und "Schimanski – Tod in der Siedlung", dem Zweiteiler "Contergan" sowie in der ZDF-Produktion "Nachtschicht - Ich habe Angst" aufgefallen.

"Nebenbei" macht Brandt, wie er sagt, auch "ganz gerne Hörbücher". Auch hierfür wurde er preisgekrönt. Beim Deutschen Hörbuchpreis 2010 ging die Ehrung in der Kategorie Das besondere Hörbuch/Bester Krimi an "Der Himmel auf Erden". Den Preisträgern, Autor Åke Edwardson und Vorleser Brandt, bescheinigten die Juroren eine "Meisterleistung".

2005 wurde Brandt zum Protagonisten eines Kino-Dokumentarfilms. Regisseurin Doris Metz holte den Kanzler-Sohn Brandt und den Guillaume-Sohn Pierre Boom vor die Kamera, um sie von ihren "Schättenvätern" und ihrem Lebensweg berichten zu lassen. In der früheren Kanzlervilla in Bonn sprach Brandt über seinen distanzierten Vater, den er als "emotional Behinderten" erlebte, erzählte aber auch amüsante Anekdoten. So musste er einmal als Kind auf einem Rummelplatz vor der Presse so viele Lose ziehen, bis er einen Gewinn hatte.

Im April 1974 wurden Kanzlerreferent Guillaume und seine Frau Christel in Bonn als DDR-Spione verhaftet. Zwei Wochen später trat Bundeskanzler Brandt zurück. Da war Matthias Brandt, der jüngste Sohn des Regierungschefs, zwölf Jahre alt.

Brandt startete Karriere als Theaterschauspieler

Später studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Jahrelang spielte er Theater, unter anderem am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und den Schauspielhäusern in Zürich und Bochum, bevor seine Fernsehkarriere begann.

Nun spielt Brandt zum ersten Mal einen Kommissar in einer Krimireihe. Am Sonntag (21. August, 20.15 Uhr) löst sein adeliger Ermittler Hanns von Meuffels seinen ersten Fall im "Polizeiruf 110" im Ersten. Brandt strahle eine "große Form von Sensibilität und Melancholie aus, wirkt wie einer, der nicht das krachende Leben genießt, sondern eher im Halbschatten sitzt und immer leichten Schneefall um sicher herum hat", sagte die zuständige BR-Redakteurin Cornelia Ackers über ihn. "Diese Substanz von ihm als Schauspieler wollte ich auch der Kommissarsfigur mitgeben."

"Natürlich überlegt man sich das mit einer Reihenfigur, wenn man tendenziell auch noch andere Sachen vorhat", sagte Brandt im dapd-Interview. "Ich fand trotzdem die Konstellation so interessant und kannte ja die Filme vom Münchner 'Polizeiruf'. Und da hatte ich Lust zu". Er werde einfach gucken, wie sich das entwickele. "Wenn ich das Gefühl habe, es wird so dominant, dass ich zu nichts anderem mehr komme, dann würde das keinen Sinn mehr machen. Aber im Moment habe ich nicht das Gefühl.

(dapd)

 

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