Aktuelle Nachrichten – Psyche
13.03.2009
Stuttgart – Vielen Alzheimer- und anderen Demenzpatienten mangelt es an Einsicht in ihre Erkrankung. Dies belastet die Angehörigen und verhindert oft eine angemessene Behandlung, wie Hanna Leicht von der Universität Leipzig betont.
Die Psychologin wertete 55 Studien aus, die sich mit der Krankheitseinsicht befassen. Ihr Fazit: Vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung bagatellisieren oder verleugnen viele Demenzpatienten ihren Zustand. „Dies kann maßgebliche Auswirkungen auf das Verhalten der Patienten haben und auch ihre Sicherheit gefährden, wenn Patienten zum Beispiel trotz mangelnder Fähigkeit weiter Auto fahren oder trotz Desorientiertheit allein ihre Wohnung verlassen“, schreibt Leicht in der Fachzeitschrift „Psychiatrische Praxis“.
Die mangelnde Krankheitseinsicht erschwere zwar die Therapie, erweise sich aber auch als notwendiger Selbstschutz. Denn die Patienten mit fehlender Einsicht leiden seltener unter Angst und depressiven Symptomen als jene Betroffene, die sich ihrer Situation bewusst sind.
(Quelle: „Psychiatrische Praxis“, Vol. 36, S. 58-66) (AP)