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Quelle-Insolvenz Viele Interessenten für einzelne Quelle-Sparten

DAPD

23.10.2009

Nürnberg – Für Küchen-Quelle und andere profitable Sparten des bankrotten Versandhauses gibt es potenzielle Investoren. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz, sagte am Freitag: „Es gibt unheimlich viele Anfragen für Teilgesellschaften.“

Küchen-Quelle habe allerdings nur 150 Mitarbeiter. Auch für die Spezialversender wie Baby-Walz, den Verkaufsender HSE 24 und die Quelle-Auslandstöchter hätten sich Dutzende Interessenten gemeldet, sagte Schulz. Jetzt müsse geprüft werden, wer ernsthaft interessiert und wer bloß neugierig sei. Angebote, die Quelle Deutschland wenigstens im Kern fortzuführen, gebe es allerdings nicht, betonte Schulz.

Die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtete dagegen, zwei Investorengruppen hätten dem Insolvenzverwealter bereits Konzepte vorgelegt, um das Versandhaus in abgespeckter Form fortzuführen. Sie wollten Küchen, Küchengeräte, Möbel und Heimtextilien über Katalog, Internet und eigene Läden vertreiben. Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel sagte der AP, es gehe dabei insgesamt um rund 400 Arbeitsplätze. Er habe von zwei unabhängig voneinander agierenden Interessenten für diese Sortimente gehört, kenne sie aber nicht.

Verkaufserlös für Mitarbeiter und staatliche Kreditgeber

Unterdessen bereitet der Insolvenzverwalter mit Hochdruck den Ausverkauf der Quelle-Warenlager vor. Der Erlös soll vor allem für die letzten Lohnzahlungen und für die Rückzahlung des staatlichen Massekredits verwendet werden. Erwartet werde ein dreistelliger Millionenbetrag, sagte Schulz.

Bis Ende November sollen 18 Millionen Artikel verscherbelt werden – das entspricht dem Inhalt von 1.000 Lastwagen. Über Rabatte, Ablauf und die Zahl der dafür benötigten Quelle-Mitarbeiter werde in den nächsten Tagen entschieden. Vielleicht würden mehr als 1.000 Beschäftigte im November noch gebracht. Mit Lieferanten und Pfandgläubigern werde Tag und Nacht verhandelt. Ziel sei es, die Lager bis Ende November zu räumen. Die Quelle-Gläubiger sollen am 11. November in der Essener Gruga-Halle erstmals zusammenkommen. Der Erlös aus dem Verkauf der Spezialversender dagegen kommt nicht den Quelle-Gläubigern, sondern dem Pensionsfonds der KarstadtQuelle-Beschäftigten zugute, an den sie verpfändet wurden.

Abwicklung gibt einigen Arbeit auf Jahre

Schulz sagte, alle 3.500 Mitarbeitern der Quelle Deutschland GmbH bekämen wohl zum 31. Oktober die Kündigung. Aber wer für den Ausverkauf gebraucht werde, soll auch im November beschäftigt und entlohnt werden. Wie viele hundert Mitarbeiter darüber hinaus für die vielleicht Jahre dauernde Abwicklung des einst größten Versandhauses Europas gebraucht würden, sei noch offen.

Ob der Insolvenzverwalter zugunsten der anderen Gläubiger auf zumindest einen Teil seines Honorars verzichtet, wie die „Bild“-Zeitung meldete, ließ der Sprecher offen. „Zu Vergütungsfragen sagen wir grundsätzlich nichts“, sagte er. Dem Bericht zufolge beabsichtigt der Düsseldorfer Anwalt, seine Vergütung erst dann zu beanspruchen, wenn alle Gläubiger befriedigt werden konnten. Gewerkschafter und Politiker hatten ihm vorgeworfen, sich zu wenig um die Rettung des maroden Versandhauses bemüht zu haben.

Bitter kommentierte Quelle-Sprecher Manfred Gawlas die Schnäppchen-Jagd in den Quelle-Shops und im Nürnberger Kaufhaus: „Die Quelle wird gerade beerdigt in einer Weise, die ihrer unwürdig ist.“ Er beobachte bei den Kunden und in der Berichterstattung viel Häme und Schadenfreude. (AP)

 

 

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