Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – Volkswagen-Betriebsratschef Volkert tritt überraschend zurück – Epoch Times Deutschland
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft

Volkswagen-Betriebsratschef Volkert tritt überraschend zurück

Epoch Times Deutschland

01.07.2005

Der VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert. (Archivbild - AP Photo/Stefan Haehnsen)
Der VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert. (Archivbild - AP Photo/Stefan Haehnsen)

Wolfsburg/Emden - Der VW-Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert nimmt überraschend seinen Hut. Volkert habe den Schritt am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg bekannt gegeben, teilten ein Sprecher des Betriebsrates im Werk Emden sowie IG Metall-Chef Jürgen Peters übereinstimmend mit. Nach Medienberichten soll der Rücktritt Volkerts mit der Bestechungsaffäre um den ehemaligen Personalchef der VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, zu tun haben, in den angeblich auch eine Reihe Prominenter verwickelt sind.

Ein Zusammenhang mit dem Rücktritt Volkerts und der Affäre wurde indes mit Nachdruck bestritten. «Das ist ein lang geplanter Schritt, es soll einen strategischen Übergang zu seinem Nachfolger Bernd Osterloh geben», sagte das Emdener Betriebsratsmitglied Rolf Behrens. Peters erklärte in Frankfurt am Main: «Klaus Volkert hat schon seit geraumer Zeit intern signalisiert, dass er nicht die Absicht hat, seine Amtszeit bis zum Ende auszuschöpfen. Den Zeitpunkt wollte er aber aus verständlichen Gründen selbst bestimmen. Er hat mich heute Morgen darüber informiert, dass er dies auf der heutigen Betriebsversammlung in Wolfsburg tun wird.»

«Spiegel online» verbreitete unterdessen am Donnerstag einen eigene Version des Rücktritts: «Betriebsratschef Volkert soll in Bestechungsaffäre um Skoda-Personalvorstand verwickelt sein». Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig erklärte dagegen, der Name von Volkert sei bisher nicht aufgetauscht.

Unterdessen meldete die «Wirtschaftswoche» am Donnerstag, die Affäre drohe sich zu «einem der größten Skandale in der Geschichte der Bundesrepublik auszuweiten». Der Rücktritt des mächtigen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Volkert «soll erst die Spitze des Eisbergs bloßlegen», schreibt das Blatt. Es könnten bald noch weit prominentere Personen von dem Skandal erfasst sei, hießt es in der Zeitschrift unter Berufung auf beteiligte Anwälte und leitende VW-Mitarbeiter.

«Ein mit dem Vorgang Befasster» nannte laut «Wirtschaftswoche» als Mitwisser der mutmaßlichen Machenschaften VW-Aufsichtsratsmitglied Peters, den SPD-Politiker Sigmar Gabriel sowie Bundeskanzler Gerhard Schröder, der früher auch dem Aufsichtsrat angehörte.

Angeblich 70 Personen in Affäre verstrickt

Regierungssprecher Bela Anda erklärte am Donnerstagabend zu dem Bericht des Blattes: «Dies ist eine falsche, verleumderische Behauptung, gegen deren Verbreitung der Bundeskanzler sich auch rechtlich zur Wehr setzen wird.» Gabriel wies eine angebliche Mitwisserschaft als «ungeheuerliche Verleumdung» zurück. Sein Sprecher Tobias Dünow sagte der «Netzeitung», Gabriel sei zu keinem Zeitpunkt über angebliche Machenschaften bei VW unformiert gewesen. Peters wolle den Bericht nicht kommentieren, sagte seine Sprecherin der «Wirtschaftswoche». Angeblich sind nach Darstellung der Zeitschrift 70 Personen in die Affäre verstrickt.

VW hatte laut Behördensprecher in Braunschweig Anzeige erstattet und erklärt, dass es im Volkswagen-Konzern eine Schmiergeldaffäre gebe. Das Nachrichtenmagazin «Focus» hatte berichtet, Skoda-Personalvorstand Helmuth Schuster habe seinen Posten räumen müssen, weil er Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt und sich Aufträge vom VW-Konzern erschlichen haben soll. VW erklärte dazu, die Revisionsabteilung prüfe den Sachverhalt. Laut Staatsanwaltschaft will VW am kommenden Montag Unterlagen zu der Anzeige überreichen. (AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

 
Anzeige
Anzeige