Aktuelle Nachrichten – Unternehmensführung
05.03.2012
Foto: AP Photo-Fritz Reiss
Genf – Grüner als bei Volkswagen soll es nicht mehr werden. Die Wolfsburger wollen nicht nur die meisten Autos verkaufen, sondern auch zur Nummer eins beim Umweltschutz werden. Das Ziel: In jedem Segment und in jeder Fahrzeugklasse das im Verbrauch günstigste und umweltfreundlichste Modell bieten, wie der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn am Montag in Genf im Vorfeld des Autosalons (8. bis 18. März) sagte.
Mehr als zwei Drittel des Investitionsprogrammes von 62,4 Milliarden Euro sollen demnach bis 2016 in effizientere Fahrzeuge und Antriebe investiert werden. Jede neue Modellgeneration soll um zehn bis 15 Prozent effizienter werden. Auch in der Produktion will der Konzern sparen: Ein Viertel weniger Energie und Wasser bis 2018 mithilfe erneuerbarer Energien lautet das Ziel. VW wolle die Messlatte beim Thema Nachhaltigkeit deutlich höher legen, sagte Winterkorn.
Volkswagen hatte zuvor schon den Anspruch formuliert, bis 2018 mit einem Absatz von mehr als zehn Millionen Fahrzeugen der größte Autohersteller der Welt zu werden. 2011 standen die Wolfsburger mit 8,3 Millionen Fahrzeugen auf Platz zwei hinter General Motors. Zum Konzern gehören neben der Kernmarke VW unter anderem Audi, Seat und Porsche.
Der ökologische Anspruch sei "elementarer Bestandteil" der Strategie 2018, betonte Winterkorn. Auch ansonsten sei VW auf einem guten Weg. "Volkswagen kommt auf seinem Weg an die Spitze der Automobilindustrie Stück für Stück voran", sagte der Konzernchef. Die Auslieferungszahlen der ersten beiden Monate des Jahres belegten, dass der Autohersteller auch das Zeug dazu habe.
Der Konzern war im vergangenen Jahr ins Visier von Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geraten. Nach Ansicht von Greenpeace setzt sich Volkswagen entgegen seiner öffentlichen Selbstdarstellung nicht für einen geringeren Verbrauch seiner Flotte ein. Die Spritspartechnik "Blue Motion" biete der Konzern nur gegen einen überhöhten Aufpreis an. Die Umweltschützer protestierten dagegen unter anderem an der Konzernzentrale und auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.
Von der DUH erhielten die Wolfsburger ein Fax mit einer Unterlassungserklärung. Die Verbraucherorganisation wirft VW vor, die eigenen Autos im Internet sparsamer darzustellen, als sie tatsächlich sind.
(dapd)
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