Unternehmen – Volkswagen übernimmt Macht bei Lkw-Bauer Scania – DAPD
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Volkswagen übernimmt Macht bei Lkw-Bauer Scania

DAPD

03.03.2008

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn. Der Volkswagen-Konzern erwirbt weitere 30,62 Prozent Stimmrechtsanteil am schwedischen Lkw-Hersteller Scania und übernimmt damit die Mehrheit.  (AP Photo/Thomas Kienzle)
Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn. Der Volkswagen-Konzern erwirbt weitere 30,62 Prozent Stimmrechtsanteil am schwedischen Lkw-Hersteller Scania und übernimmt damit die Mehrheit. (AP Photo/Thomas Kienzle)

Wolfsburg/Stockholm – Europas größter Autobauer Volkswagen übernimmt die Macht beim schwedischen Lastwagenhersteller Scania. Die Wolfsburger erwerben für rund 2,9 Milliarden Euro die Anteile der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg und damit die Mehrheit der Stimmrechte an Scania. Ein Zusammenschluss der Schweden mit dem MAN-Konzern, an dem VW ebenfalls beteiligt ist, zum größten europäischen Nutzfahrzeughersteller könnte somit in greifbare Nähe rücken.

VW-Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch betonte am Montag in Stockholm allerdings, Investoren sollten kurzfristig nicht mit großen Veränderungen rechnen. Die Initiative zur Nutzung von Synergieeffekten müsse zudem vom Scania-Management ausgehen. MAN erklärte: „Wir sehen jetzt bessere Voraussetzungen für die auch von uns angestrebte Kombination mit Scania und Volkswagen Lkw's.“ MAN war vor gut einem Jahr mit einem feindlichen Übernahmeversuch von Scania gescheitert. Die MAN-Aktie legte kräftig um 4,7 Prozent zu.

Volkswagen erhöht seinen Stimmrechtsanteil an Scania nun von 37,98 auf 68,60 Prozent. Mit Investor AB und den Wallenberg Stiftungen wurde eine Einigung über den Kauf „sämtlicher in deren Besitz befindlichen Scania-Anteile erzielt“. Der VW-Kapitalanteil erhöht sich von 20,89 Prozent auf 37,73 Prozent. Der Kaufpreis beträgt laut VW 200 Schwedische Kronen pro Scania-Aktie. Das Geschäft habe ein Volumen von knapp 2,9 Milliarden Euro, sagte ein VW-Sprecher.

Scania soll an der Börse bleiben

„Der Anteilserwerb unterstreicht die Bedeutung, die wir der Beteiligung an Scania zumessen“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn. Scania sei eine starke Premium-Marke mit einer aussichtsreichen Zukunft. „Wir werden das Management und die Mitarbeiter von Scania auf dem Weg des profitablen Wachstums unterstützen.“

Das Unternehmen solle als Premium-Marke erhalten bleiben und ausgebaut werden. „Pläne für strukturelle Änderungen, die sich nachteilig für die Arbeitnehmer auswirken, gibt es auf absehbare Zeit nicht. Die Kontinuität im Scania-Management ist für Volkswagen stets ein sehr wichtiger Faktor gewesen.“ Der Stammsitz des Unternehmens sowie die Kompetenzzentren für Forschung und Entwicklung sollen in Södertälje erhalten bleiben. Laut Finanzvorstand Pötsch soll Scania an der Börse notiert bleiben.

Nach Informationen der „Welt“ wurde zwischen VW und Scania vereinbart, dass der Autokonzern mittelfristig seine Lkw-Sparte bei Scania einbringen kann. Der Firmensitz der neuen Lkw-Sparte von VW/Scania solle dann in Schweden sein, heiße es aus dem Unternehmensumfeld. VW hatte in der Vergangenheit erklärt, einen einvernehmlichen Zusammenschluss von Scania und MAN anzustreben und das eigene Lastwagengeschäft in die Allianz einbringen zu wollen.

Scania-Aktionär Investor AB erklärte: „Wir sind sehr zufrieden, eine Einigung mit Volkswagen erreicht zu haben, die nach unserer Ansicht gut für Scania ist.“ Die kartellrechtliche Genehmigung für den Erwerb der Anteile steht noch aus.

Der VW-Betriebsrat begrüßte die Mehrheitsübernahme von Scania. „Wir sind schon seit langem dafür eingetreten, die Synergieeffekte zwischen MAN, Scania und Volkswagen im Nutzfahrzeugsegment zu nutzen. Mit diesem Schritt steht diesem Ziel nichts mehr im Weg“, sagte Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh der „Welt“. (AP)

 

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