Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
04.02.2009
Nürnberg – Angela Merkel ist eine der Ersten auf der diesjährigen Spielwarenmesse: Lange bevor die Bundeskanzlerin am Mittwochabend in Nürnberg die weltweit größte Fachmesse für Spielwaren persönlich eröffnet, lächelt ihr Konterfei auf der Neuheitenschau den Besuchern auf einem Mosaik-Porträt der Firma Ministeck entgegen. Die Idee zu diesem Motiv in Schwarz-weiß sei ein Werbegag, erklärt Ministeck-Manager Thomas Gumler. Es zeige aber auch, dass sich die Spielwarenbranche längst nicht mehr nur an Kinder als Zielgruppe wendet.
Die 60. Spielwarenmesse bis nächsten Dienstag steht unter dem Motto „ToyGenerations Family“, spricht also neben den Kleinen auch die Eltern an und setzt auf generationsübergreifende Spiele für die ganze Familie. Wie etwa mit das Nachtsichtgerät der Firma Stadlbauer. Mit seiner Reichweite von 15 Metern sei es keineswegs nur für Kinder zum Beobachten von nachtaktiven Tieren geeignet, sondern dürfte auch Erwachsenen Freude bereiten, sagt Mitarbeiterin Eva Allar: Beim Angeln oder Jagen im Dunkeln.
Mehr um das direkte Miteinander geht es dagegen beim Brettspiel „Küchenlatein“ der Firma Amigo aus Dietzenbach. Inspiriert und mitentwickelt von Fernsehkoch Stefan Marquard können sich dort Spieler ab zwölf Jahren in ihrem Fachwissen rund ums Kochen messen. Vorkenntnisse über die Haute Cuisine seien nicht erforderlich. „Wir haben auch Fragen zu Hotdogs eingebaut“, erklärt Pressesprecherin Andrea Milke. Das richtige Buchstabieren von „Gnocchi“ oder „Bordeaux“ gehört ebenso zu den Aufgaben wie Fragen nach dem Geburtsjahr des Reinheitsgebots für Bier oder wie viele Kilogramm Fleisch ein Strauß auf den Rippen hat. Sieger ist, wer am Schluss durch das Sammeln von Spielkarten ein Menü zusammenstellt und die höchste Punktzahl erreicht. Anschließend können die Speisen dann gemeinsam zubereitet werden.
Eine Würfelspiel-Version des Klassikers „Heißer Stuhl“ bietet Huch & Friends aus Günzburg mit „Ego“ an. Hier dreht sich alles um die Vorlieben und Abneigungen des Spielers – und natürlich darum, dass er auch die unangenehmen Fragen ehrlich beantwortet. Bevor der Betroffene dies allerdings tut, müssen seine Mitspieler Tipps abgegen, welche von jeweils drei möglichen Lösungen er wohl wählen wird. Kleinere Auseinandersetzungen seien da durchaus möglich, sagt Pressesprecherin Dagmar Dieterle. „Es ist ein Spiel für gute Freunde, fürs Freunde werden oder eben Feinde werden“, gibt sie lachend zu.
Mit fünf Models im Original-Outfit der Jahre 1959 bis 1986 feiert Mattel auf der Neuheitenschau den 50. Geburtstag der wohl berühmtesten Blondine der Welt: Der Barbie-Puppe. Und natürlich gibt es zur Feier des Tages auch eine Jubiläums-Barbie zu Bestaunen. Mit raffinierter Hochsteckfrisur kommt die 50-Jährige in ihrem schwarzen und vom Designer Philipp Plein entworfenen, bodenlangen Abendkleid schon deutlich reifer als ihre Vorgängerinnen daher. Von Altersmüdigkeit zeigt sie aber noch immer keine Spur: Gleich nach Nürnberg geht die Geburtstagsfeier auf einer eigenen „Fashion-Show“ in New York weiter. Wer da nicht mitfeiern kann, dem bleibt als Trost die Möglichkeit, sich für 1.000 Euro eine der auf 500 Stück begrenzten Jubiläums-Barbies zu kaufen.
Mit rund 20 Euro erheblich billiger kann ein ganz anderer Prominenter ins Haus geholt werden: Neben Angela Merkel hat Ministeck aus aktuellem Anlass auch das Portrait von Barack Obama mit seinem berühmten Spruch „Yes we can“ ins Sortiment aufgenommen. Ein Exemplar sei dem US-Präsidenten bereits geschickt worden, erzählt Gumler. „Wir haben ihn gebeten, es zu signieren und zurückzusenden. Mal schauen, was er macht“. (AP)
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