Klima – Vorsitzender des Weltklimarats setzt auf Meinungsumschwung der USA – Charles Hanley
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Vorsitzender des Weltklimarats setzt auf Meinungsumschwung der USA

Charles Hanley

07.12.2007

Rajendra Pachauri in  Nusa Dua, Bali, Indonesien. (AP Photo/Ed Wray)
Rajendra Pachauri in Nusa Dua, Bali, Indonesien. (AP Photo/Ed Wray)

Bali – Der Vorsitzende des mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Weltklimarats, Rajendra Pachauri, setzt auf einen Meinungsumschwung in der Klimapolitik der USA. Trotz der Weigerung der Regierung von Präsident George W. Bush hätten mehrere US-Staaten und Kommunen bereits wichtige Schritte zum Klimaschutz unternommen, erklärte Pachauri auf der Klimakonferenz in Bali am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

„Ich weiß wirklich nicht, ob sich in der Haltung der US-Regierung etwas bewegt hat“, sagte Pachauri. Doch das könnte sich schon nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr ändern. Zudem hätten die alarmierenden Berichte des Weltklimarats (IPCC) auf der Ebene der US-Staaten viele Politiker wachgerüttelt. „Da hat sich viel getan.“

Pachauri sieht zwei Möglichkeiten, die USA – die größte Volkswirtschaft der Welt, die auch die meisten Schadstoffe in die Atmosphäre abgibt -, zu einer Nation der Klimaschützer zu machen: „Eine Möglichkeit wäre es, sagen wir mal, wenn die US-Regierung sich selbst auf gewisse Schritte verpflichten würde.“ Die andere Möglichkeit wäre, „wenn sich mehrere US-Staaten und andere Gemeinschaften in den USA zusammenschließen und selbst etwas unternehmen“, erklärte Pachauri. In der Summe ergebe dies praktisch auch so viel wie ein einzelner Nationalstaat, der sich auf Maßnahmen zum Klimaschutz verpflichte.

Die USA haben sich bislang geweigert, dem Klimaschutz-Abkommen von Kyoto beizutreten. Praktisch alle US-Präsidentschaftskandidaten unterstützen jedoch eine Begrenzung von klimaschädlichen Emissionen. Die Staaten Kalifornien, Vermont und einige Staaten an der Nordostküste haben bereits eigene Klimaziele festgelegt.

Wenn sich die Regierungsvertreter nicht bald auf weitere Schritte zum Klimaschutz einigen könnten, „drohen unvermeidliche Konsequenzen, die ganz klar nicht im Interesse der Menschen und der anderen Arten, die diesen Planeten bewohnen, sein können“, warnte Pachauri. Dann sei ein massenhaftes Artensterben und ein dramatischer Anstieg des Meeresspiegels zu befürchten, der unzählige Menschen bedrohen werde. „Und das sind wirklich unumkehrbare Veränderungen.“

Der indische Klimaexperte will am Wochenende nach Oslo fliegen, wo er am Montag als Vorsitzender des IPPC zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis erhält. In der kommenden Woche werden die beiden Nobelpreisträger zusammen zur Konferenz auf der indonesischen Insel Bali reisen und versuchen, die Verhandlungen mit positiven Impulsen voranzubringen.

Auf Bali soll ein Nachfolge-Abkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden. Ein solches Abkommen soll helfen, eine katastrophale Erwärmung des Planeten zu verhindern. Von den größten Industriestaaten stehen mittlerweile – nach der Zustimmung Australiens in dieser Woche – nur noch die USA abseits. Sie hatten das Kyoto-Protokoll wie Australien mit ausgehandelt, es dann aber nicht ratifiziert. Die Industriestaaten hatten in dem Abkommen bis 2012 eine Minderung der Klimagase um 5,2 Prozent gegenüber 1990 versprochen. Auf Bali verhandeln nun rund 10.000 Experten aus 190 Staaten. Geht es nach der EU, sollen die Industrieländer bis 2020 um 30 Prozent unter ihre Emissionen von 1990 kommen. (AP)

 

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