Umwelt – Vorsorglich ernten oder Gemüse schützen – Nicole Lange
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Sommerloch Vorsorglich ernten oder Gemüse schützen

Nicole Lange

17.07.2009

Gemüse vorsorglich ernten oder schützen, sonst könnte die Freude vorbei sein - spätestens wenn die Schnecken kommen.  (H.Flesch / The Epoch Times)
Gemüse vorsorglich ernten oder schützen, sonst könnte die Freude vorbei sein - spätestens wenn die Schnecken kommen. (H.Flesch / The Epoch Times)

Düsseldorf – Keine guten Aussichten für Gärtner: Mit dem Sommerwetter ist es erst mal vorbei. Von deutlich über 30 Grad sacken die Temperaturen bis Samstag auf teils nur noch 14 Grad ab, mancherorts soll es Starkregen und Hagel geben. „Wenn sich das Wetter so schnell und plötzlich ändert, kann man nicht viel machen“, sagt Gärtnermeisterin Claudia Fricke. Es gebe aber einige Regeln für Hobby-Gärtner, um bei rabiaten Wetterumschwüngen die Folgen zu mildern.

„Wenn Gemüse und Obst schon so weit sind, kann man natürlich auch vorsorglich vorher ernten“, sagt die Expertin. Doch gerade wenn Hagelschauer und andere Unwetter nur eventuell drohten, sei eine solche Entscheidung schwierig.

Kohlrabi kann nach ihren Angaben aufplatzen, wenn es plötzlich stark regnet: „Deshalb sollte man ihn schon vorher in den trockeneren Zeiten gleichmäßig feuchthalten, damit die Schwankungen nicht so groß sind.“ Bei empfindlichem Gemüse wie Tomaten biete sich auch ein kleines Folienzelt an, um sie vor starken Niederschlägen zu schützen. Gemüse wie Kürbisse und Zucchini, die auf der Erde liegen, fingen in matschigem Erdboden an zu faulen: „Dagegen kann man beispielsweise ein Holzbrett unterlegen.“

Pflanzenstärkungsmittel steigern Vitalität

Bisher hatten die Pflanzen in diesem Jahr schon reichlich zu kämpfen. „Im Frühjahr mussten sie zunächst mal schnelles Wachstum verkraften“, sagte die Gärtnerin. Danach sei es noch einmal ziemlich kalt geworden, was ihnen zu schaffen gemacht habe. Um die Pflanzen nach diesem Stress insgesamt widerstandsfähiger zu machen, seien Pflanzenstärkungsmittel hilfreich, mit denen vorbeugend die Vitalität gesteigert werde und ein möglicher Pilzbefall verhindert werden könne, sagte Fricke.

Im Gemüsegarten könne man überlegen, nach der ersten Ernte noch einmal Feldsalat auszusäen – oder einen Gründünger wie etwa Phacelia. Dazu rät auch Jürgen Schelden vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde dringend: „Man sollte auf keinen Fall einfach offenen Boden lassen.“ Der Gründünger helfe gegen ein Austrocknen des Bodens und erhalte auch dessen Fruchtbarkeit, fügte er hinzu.

Nur in Ausnahmefällen Chemie gegen Blattläuse

Die wegen der feuchten Witterung derzeit vermehrt auftretenden Blattläuse würden die beiden Experten nur in Ausnahmefällen mit chemischen Mitteln bekämpfen. „Man sollte wirklich nicht auf jede Laus losgehen“, sagte die Gärtnerin – schließlich seien auch viele Marienkäfer vorhanden, die sich von Blattläusen ernährten. „Allerdings sollte man einen Blick darauf haben, dass die Läuse-Population nicht zu groß wird.“ Selbst wenn die Rosen irgendwann voller Läuse seien, helfe oft auch schon ein Abspritzen mit kaltem Wasser.

Die von Gärtnern gefürchteten Schnecken konnten sich im Sommerwetter stark vermehren und sind derzeit bei Regenwetter auch tagsüber zu beobachten. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät neben – mehr oder weniger erfolgreichen – alternativen Bekämpfungsmöglichkeiten wie Bierfallen, Schneckenzäunen, Fangpflanzen oder ausgelegten Brettern zu einer gezielten Bekämpfung mit sogenannten Schneckenkorn-Präparaten. Zahlreiche Versuche hätten die verbreitete Meinung entkräftet, diese seien schädlich für Nützlinge wie Igel, Vögel oder Blindschleichen. Besonders erfolgreich sei eine Mischung von Präparaten mit unterschiedlichen Wirkstoffen. (AP)

 

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