Unternehmen – VW übersteht Krise besser als die Konkurrenz – DAPD
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Automobilbranche VW übersteht Krise besser als die Konkurrenz

DAPD

30.07.2009

(AP Photo/Jörg Sarbach)
(AP Photo/Jörg Sarbach)

Wolfsburg – Der Volkswagenkonzern steuert dank Abwrackprämie und Firmenverkauf besser durch die Wirtschaftskrise als die meisten Konkurrenten. So betrug der Nettogewinn im ersten Halbjahr 494 Millionen Euro. Das sind 81 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber deutlich mehr als bei der Konkurrenz: Zuletzt hatten Daimler, Peugeot-Citroën, Renault und Porsche Milliardenverluste verkünden müssen. Der VW-Umsatz fiel nur um 9,4 Prozent auf rund 51,2 Milliarden Euro.

Retter für VW sind vor allem staatliche Abwrackprämien: In Deutschland legten die Auslieferungen um 18 Prozent zu, in Polen um fast 9, in China um fast 23 Prozent, in Brasilien um 7 Prozent.

VW verkaufte zu Jahresbeginn das brasilianische Nutzfahrzeuggeschäft für rund 600 Millionen Euro an MAN. Dazu kam eine Steuergutschrift von fast 200 Millionen Euro. Ohne diese beiden Sondereffekte hätte auch Volkswagen im Halbjahr rote Zahlen geschrieben.

In den ersten sechs Monaten lieferte Europas größter Automobilhersteller weltweit 3,1 (1. Halbjahr 2008: 3,3) Millionen Fahrzeuge aus. In einem um rund 18 Prozent rückläufigen Gesamtmarkt lag das Minus damit nur bei 4,4 Prozent. Dadurch wuchs der weltweite Pkw-Marktanteil von 9,9 auf 12 Prozent. Das teilte der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg bei der Vorlage der Zwischenbilanz mit.

Die Netto-Liquidität im Automobilbereich steigerte Volkswagen auf 12,3 Milliarden Euro, das sind nach Firmenangaben 4,3 Milliarden Euro mehr als Ende 2008. Die Liquidität ist wichtig, um wie geplant Anteile am Sportwagengeschäft von Porsche zu kaufen. „Die Erhaltung unserer finanziellen Handlungsfähigkeit hat höchste Priorität“, erklärte Finanzchef Hans Dieter Pötsch.

Im Rest des Jahres rechnet VW nicht mit einer nachhaltigen Verbesserung der Wirtschaftslage. VW werde sich dem Abwärtstrend „zwar nicht entziehen können, aber wie bereits im ersten Halbjahr im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abschneiden und in der Krise weiter Marktanteile hinzugewinnen“. Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr daher mit schwächeren Zahlen, werde aber „mit einem Gewinn abschließen“.

Audi verdient über 800 Millionen Euro

Bei der Hauptmarke Volkswagen fiel der operative Gewinn um mehr als eine Milliarde Euro auf 216 Millionen Euro. Die Premiummarke Audi verbuchte bei einem Absatzrückgang um 13,6 Prozent ein operatives Ergebnis von 823 Millionen Euro, etwa 500 Millionen weniger.

Skoda verlor 26 Prozent Absatz, das Ergebnis fiel im 250 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Seat verzeichnete aufgrund der scharfen Situation auf dem spanischen Markt bei einem Absatzrückgang von 25 Prozent einen Verlust von 159 Millionen Euro. Die Luxusmarke Bentley meldete einen Verlust von 114 Millionen Euro nach 85 Millionen Euro Plus im Vorjahreszeitraum.

Volkswagen Nutzfahrzeuge profitierte vom Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts und erzielte im Halbjahr ein operatives Ergebnis von 463 Millionen Euro nach 215 Millionen im Vorjahr. Ohne den Verkauf hätte die Nutzfahrzeugsparte auch rot geschrieben. Die schwedische Lkw-Tochter Scania erzielte einen Gewinn von 48 Millionen Euro. Die Sparte Finanzdienstleistungen verdiente 321 Millionen Euro, etwa 200 Millionen weniger. (AP)

 

 

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