München – Fußball und Wagner könnten bald etwas gemeinsam haben: Public Viewing. Auf dem Grünen Hügel in Bayreuth gibt es Pläne, die exklusiven Festspiele teilweise öffentlich zu übertragen, wie Sprecher Peter Emmerich am Mittwoch erklärte. Eine der Aufführungen könnte kostenlos auf einem Platz in Bayreuth zu sehen sein, um sie neuen Zielgruppen zu öffnen.
Das Ganze solle nicht zu groß werden, sagte Emmerich. Der Volksfestplatz komme nicht infrage – eher ein urbaner Ort mit Platz für etwa 1.000 Zuschauer. Welcher Platz und welche Oper, sei aber noch offen. Infrage kämen „Parsifal“ (die diesjährige Neuinszenierung) oder „Die Meistersinger“. Der „Ring“ komme auf jeden Fall nicht infrage: Mit vier Abenden sei er schlicht zu lang.
Der Übertragungsort soll frei zugänglich sein, auch Karten soll es nach dem Willen der Festspielleitung nicht geben. Ziel sei, die Wagnersche Grundidee der „Festspiele für alle“ ein Stück weit umzusetzen. Die ist derzeit aus Kapazitätsgründen nicht mehr verwirklicht: Obwohl das Festspielhaus knapp 2.000 Plätze hat, sind die Karten jedes Jahr in kürzester Zeit vergeben. Manche Wagner-Fans warteten bis zu zehn Jahre darauf, eine Aufführung auf dem Grünen Hügel sehen zu können, sagte Emmerich. (AP)
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