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Walfang-Befürworter unterliegen bei drei Abstimmungen

DAPD

18.06.2006

Frigate Bay/St. Kitts - Japan und weitere Befürworter des Walfangs haben auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) mehrere Abstimmungsniederlagen in Folge erlitten. Trotz intensiver Bemühungen um Verbündete kam Tokio damit seinem Ziel, das Verbot des kommerziellen Walfangs aufzuheben, nicht näher.

Die in Frigate Bay auf St. Kitts versammelten Delegationen lehnten am Freitag mit 32 gegen 30 Stimmen die Wiederzulassung der Jagd auf Delfine und Schweinswale ab. Bei der zweiten Abstimmung wurde mit 33 gegen 30 Stimmen der japanische Antrag abgelehnt, künftige Entscheidungen in geheimer Abstimmung zu treffen. Am Samstag fiel der Antrag durch, Fischern im japanischen Küstenort Taiji die Jagd auf Zwergwale zu gestatten. Zur Annahme wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen, doch erreichte Japan nicht einmal eine einfache Mehrheit: Der Antrag wurde mit 31 zu 30 Stimmen abgewiesen.

Vier Staaten, von denen erwartet worden war, dass sie mit Japan stimmen würden, enthielten sich überraschend. Es handelte sich um China, Südkorea, die Salomonen und Kiribati. «Wir sind froh, dass das keine geheime Abstimmung war», erklärte daraufhin der Sprecher der japanischen Delegation, Joji Morishita. Japan werde sich daran erinnern, welche Staaten den Vorschlag unterstützten und welche nicht.

Nach der Abstimmungsniederlage am Samstag zog Japan einen weiteren Antrag zurück, der die Erlaubnis für eine begrenzte Jagd auf Brydewale zum Ziel gehabt hätte.

Der britische Minister für Meeres- und Tierschutz, Ben Bradshaw, äußerte Unverständnis für das japanische Bestreben. «Wir sind ein großer Freund und Verbündeter Japans in fast allen anderen Bereichen. Es ist mir völlig unerklärlich, wie Japan, Norwegen und Island weiterhin auf eine Wiederaufnahme der kommerziellen Waljagd dringen können.» Dieses Verhalten schade ihrem internationalen Ruf beträchtlich.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace zeigten sich erleichtert darüber, dass Japan und seine Verbündeten keine Mehrheit für ihre Ziele erreichten. Zugleich verwiesen sie aber darauf, dass die Ablehnung knapper als in der Vergangenheit ausfiel.

Der kommerzielle Walfang ist seit einem vor zwei Jahrzehnten verhängten weltweiten Moratorium größtenteils verboten. Norwegen setzt sich offen über das Verbot hinweg, Japan und Island töten Wale und berufen sich dabei auf Forschungszwecke. Kritiker halten das Argument für vorgeschoben. Die fünftägige Jahrestagung der IWC dauert noch bis Dienstag.

(AP)

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