Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel
21.10.2011
Foto: Paul Zinken/dapd
Berlin – Verdorbene Wurst, Glassplitter in der Cola, Haare in der Nudelsoße: Um gesundheitsgefährdende und ekelerregende Lebensmittel zu erkennen, können sich Verbraucher seit Freitag auf der Internetseite "lebensmittelwarnung.de" informieren. Bisher wurden solche Warnungen in jedem einzelnen Bundesland getrennt veröffentlicht.
"Mit der neuen Internetseite erreichen wir eine Transparenz in der Lebensmittelkontrolle, die es so in Deutschland bislang nicht gegeben hat", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in Berlin. "Es wird jetzt schneller, umfassender und aus erster Hand informiert."
Eine Lebensmittelwarnung wird dann ausgesprochen, wenn ein Unternehmen selbst vor dem Verzehr eines Produktes warnt oder eine Landesbehörde ein Produkt beanstandet. In den meisten Fällen sind es leicht verderbliche Waren wie Fleisch oder Käse, auf die Verbraucher hingewiesen werden müssen. Aber auch andere Milchprodukte sowie Getränke aus Glasflaschen sind für zahlreiche Warnmeldungen verantwortlich.
Auf der Internetseite gibt es die Möglichkeit, sich in chronologischer Reihenfolge über die veröffentlichten Meldungen zu informieren. Neben Details zu den Produkten und den Herstellerfirmen können auch die Haltbarkeitsdaten der beanstandeten Waren abgefragt werden. Alle Interessierten haben zudem die Möglichkeit, sich über Twitter die neuesten Warnmeldungen direkt zuschicken zu lassen.
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte das Projekt der Ministerin. "Es ist Augenwischerei, eine Internetseite als Schritt zu mehr Lebensmittelsicherheit zu verkaufen", sagte Anne Markwardt von Foodwatch. Vielmehr müsse ein Bundesgesetz die verantwortlichen Landesbehörden zu mehr Einheitlichkeit bei der Bewertung von Lebensmitteln zwingen. "Es ist absurd, dass weiterhin manche Bundesländer vor Produkten warnen, während andere Länder dieselben Informationen für sich behalten", beklagte sie.
Der SPD-Politiker Ulrich Kelber warf Aigner vor, dass sie erst nach den EHEC- und Dioxin-Skandalen aktiv geworden sei. Bereits im Februar vergangenen Jahres habe die SPD eine solche Internetseite gefordert. Damals habe die Verbraucherschutzministerin noch "wortreich abgelehnt". (dapd)
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