Umwelt – Weihnachtsbäume enden als Kompost, Futter oder Brennmaterial – Janine Wergin
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Umwelt

Entsorgung Weihnachtsbäume enden als Kompost, Futter oder Brennmaterial

Janine Wergin

08.01.2012

Die Entsorgung der Weihnachtsbäume ist in den Kommunen unterschiedlich geregelt. Foto: Rolf Handke/www.pixelio.de
Die Entsorgung der Weihnachtsbäume ist in den Kommunen unterschiedlich geregelt.

Foto: Rolf Handke/Pixelio

Berlin - Nach dem Weihnachtsfest haben die Christbäume ausgedient. Aber so gut wie überall in Deutschland finden sie anderweitig Verwendung - sie werden geschreddert und kompostiert, landen als Tierfutter im Zoo oder als Brennmaterial im Biomasse-Kraftwerk. Dabei gelten, was die Entsorgung der rund 29 Millionen im vergangenen Jahr verkauften Weihnachtsbäume betrifft, in den Kommunen unterschiedliche Regeln.

In Berlin wird der Weihnachtsbaum zu einem festgelegten Zeitpunkt vor der Haustür abgestellt und von den Versorgungsbetrieben abgeholt. In Dortmund übernehmen karitative Einrichtungen die Sammlung, und in Osnabrück entsorgt die Feuerwehr rund 4.500 Weihnachtsbäume. Manche Wehren nutzen das Holz fürs Osterfeuer.

In manchen Städten wie Nürnberg oder München dagegen werden Sammelstellen eingerichtet, an denen die Weihnachtsbäume abgegeben werden können. Wer ihn einfach an die Straße stelle, begehe eine Ordnungswidrigkeit, sagte Helga Seitz, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebes München.

Ob der Christbaum nun über die Straßenabholung, eigens eingerichtete Sammelstellen, Recylinghöfe oder die Biotonne entsorgt wird, eines gilt allerorten: Die Weihnachtsbäume müssen zuvor abgeschmückt werden, damit sie weiterverwertet werden können, wie Stefanie Albrecht von der Dresdner Stadtreinigung sagte.

In Dresden, aber auch in etlichen anderen Städten werden Weihnachtsbäume von den örtlichen Entsorgungsbetrieben geschreddert und kompostiert. So kehren sie in den Naturkreislauf zurück. Allein in Bremen würden etwa 70.000 Weihnachtsbäume zu 400 bis 450 Tonnen Schredderholz gehäckselt, sagte ein Sprecher des städtischen Umweltressorts. Nach einjähriger Rottezeit werde daraus bester Kompost.
Vielerorts dienen die Christbäume auch als Brennmaterial: So landen sie in Frankfurt am Main in einer Müllverbrennungsanlage, wo die Stämme in Fernwärme und Strom umgewandelt werden. Die Mainzer Weihnachtsbäume kommen in das Biomasse-Kraftwerk des Ingelheimer Pharmakonzerns Boehringer. Aus dem Christbaum-Recycling ließen sich rund 100 Tonnen Biomasse gewinnen, sagte der städtische Abfallberater Thomas Strack. Damit decke Boehringer ein Drittel seines täglichen Bedarfs an Ersatzbrennstoffen. In Berlin werden die Weihnachtsbäume laut BSR für die Produktion von Holz-Pallets verheizt.

Beete mit ausgedienten Tannenästen abdecken
Wer seinen Baum sinnvoll privat entsorgen wolle, könne die Äste zur Abdeckung von Beeten, Rosen und Gräbern nutzen und diese so vor Frost schützen, sagte der Waldreferent des Naturschutzbundes Deutschland, Stefan Adler. "Das Holz des Weihnachtsbaumes kann kleingeschnitten und getrocknet im eigenen Ofen verbrannt werden."

Über Weihnachtsbäume, die vor dem Fest nicht mehr verkauft wurden, freuen sich die Tiere im Rostocker und Magdeburger Zoo. Die von Handelsketten gespendeten Weihnachtsbäume dienten als Beschäftigungs- und Dekomaterial in Volieren, Affen- und Elefantengehege, sagte der Abteilungsleiter der Tierpflege im Zoo Rostock, Thomas Holst. Die 49-jährige Elefantendame Sara knabbere gerne an den Nadeln und bearbeite die Zweige mit ihrem Rüssel. "An so einem Baum kann man als großer, ausgewachsener Elefant auch mal reißen und zerren." Das sei gut für Saras Fitness und gegen Langeweile, erklärte Holst. (dapd)

Schlagworte

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige