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Weiter Zusammenstöße bei Protesten gegen Mohammed-Karikaturen

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07.02.2006

Ein indonesischer Muslime protestiert vor der dänischen Botschaft in Jakarta. (AP Photo/Irwin Fedriansyiah)
Ein indonesischer Muslime protestiert vor der dänischen Botschaft in Jakarta. (AP Photo/Irwin Fedriansyiah)

Kabul - Bei neuen Protesten gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in der europäischen Presse ist es in Afghanistan den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen gekommen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Zu Protesten kam es auch in Pakistan, Indonesien und auf den Philippinen.

In der nordwestafghanischen Stadt Majmana bewarf eine aufgebrachte Menschenmenge den dortigen Stützpunkt norwegischer Soldaten mit Steinen. Die Soldaten setzten Tränengas ein, wie eine Sprecherin der NATO-Truppe, Annie Gibson-Sexton, mitteilte. Zwei Passanten wurden von Steinen verletzt, mehrere Demonstranten mussten wegen Augenreizungen behandelt werden. Vor der dänischen Vertretung in der Hauptstadt Kabel ging die Polizei mit dem Schlagstock gegen Demonstranten vor. Auch dort warf die Menge mit Steinen. Proteste gab es auch vor dem Büro der Weltbank. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah, wie mehrere Teilnehmer festgenommen wurden.

An der bisher größten pakistanischen Demonstration seit Beginn des Karikaturen-Streits nahmen am Dienstag etwa 5.000 Menschen teil. Die aufgebrachte Menschenmenge in der Grenzstadt Peschawar verbrannte Puppen, die den dänischen Regierungschef und einen der dänischen Karikaturisten darstellen sollten. Angeführt wurde die Kundgebung von dem Chefminister der Provinz, Akram Durrani. «Wer auch immer die Karikaturen gemacht hat, sollte wie ein Terrorist bestraft werden», forderte Durrani.

Vor der EU-Vertretung in der indonesischen Provinz Aceh demonstrierten mehrere hundert Studenten gegen die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed. Sie trafen mit einem EU-Vertreter in Aceh zusammen. Auf den Philippinen verbrannten mehrere hundert aufgebrachte Muslime eine dänische Flagge.

Angesichts der anhaltenden Proteste rief die dänische Regierung die in Indonesien lebenden Dänen zum Verlassen des Landes auf. Es gebe keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen in Indonesien, sagte Botschafter Geert Aagaard Anderson am Dienstag.

In Teheran hatten am Montag hunderte Demonstranten Steine und Brandbomben auf die dänische Botschaft geworfen. Auch die österreichische Botschaft wurde angegriffen. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden in Afghanistan und Somalia mindestens fünf Menschen getötet.

Die umstrittenen Karikaturen erschienen erstmals im September in der dänischen Presse. Sie wurden danach von mehreren Zeitungen in anderen europäischen Ländern nachgedruckt. Der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi, der zurzeit den Vorsitz in der Islamischen Konferenz inne hat, verurteilte am Dienstag die europäischen Zeitungen, die die umstrittene Darstellung des Propheten als Terroristen abgedruckt hatten. In seine Kritik schloss er auch die malaysische Zeitung «Sarawak Tribune» ein, die eine der Karikaturen am Samstag veröffentlicht hatte.


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