Aktuelle Nachrichten – Welt
30.01.2010
Foto: AP Photo/Franka Bruns
Teheran – Im Iran stehen seit Samstag 16 weitere Anhänger der Oppositionsbewegung vor Gericht. Sie seien im Zusammenhang mit den Unruhen Ende Dezember angeklagt, meldeten die amtliche Nachrichtenagentur IRNA und das staatliche Fernsehen. IRNA zitierte einen Staatsanwalt mit den Worten, die Betroffenen hätten gestanden, Bombenanschläge geplant und öffentliches sowie privates Eigentum beschädigt zu haben. Sie hätten außerdem Videoaufnahmen der Krawalle an ausländische Medien weitergegeben.
Die Nachrichtenagentur Isna zitierte einen namentlich nicht genannten Angeklagten mit der Aussage, er habe ausländischen Medien Interviews zu den Protestaktionen gegeben, „weil die Türen zu den inländischen Medien für uns verschlossen sind“. Die iranischen Behörden haben nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom vergangenen Juni viele regierungskritische Zeitungen und Websites verboten und oppositionelle Journalisten inhaftiert.
Seit den Protesten nach der Präsidentenwahl vom vergangenen Juni sind im Iran mehr als 100 politische Aktivisten vor Gericht gestellt worden. Mehr als 80 von ihnen wurden zu Haftstrafen verurteilt, elf zum Tode. Die ersten zwei Todesurteile wurden am vergangenen Donnerstag vollstreckt. (AP)
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