Aktuelle Nachrichten – Deutschland
10.11.2011
Foto: Michael Klug/dapd
Zwickau/Heilbronn/Meiningen – Bei den Ermittlungen im Fall der in Baden-Württemberg ermordeten Polizistin haben Beamte in dem zerstörten Haus in Sachsen weitere Waffen gefunden. Nach Angaben der Zwickauer Staatsanwaltschaft entdeckten die Ermittler eine Maschinenpistole und drei Faustfeuerwaffen. Damit seien in den Trümmern der Wohnung insgesamt elf Waffen aufgefunden worden. Darunter wird auch die 2007 bei dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn benutzte Tatwaffe vermutet.
In dem Schutt wurden auch weitere Indizien für einen Zusammenhang mit dem Mord an der Polizistin in Heilbronn entdeckt. Es werde geprüft, ob ein dort aufgefundenes Reizstoffsprühgerät der getöteten Beamtin oder ihrem damals schwer verletzten Kollegen zugeordnet werden könne, sagte ein Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Es werde auch weiter nach Gegenständen gesucht, die bei der Tat am 25. April 2007 verschwunden seien.
Bei den Ermittlungen gegen zwei Männer – die am vergangenen Freitag in Eisenach tot aufgefunden worden waren – sowie die in Untersuchungshaft sitzende Beate Z. haben die Beamten bereits die Dienstwaffen, die Handschellen der erschossenen 22-Jährigen sowie ein Multifunktionsmesser entdeckt, das dem Kollegen der Getöteten gehört haben könnte.
Der Sprecher der Heilbronner Staatsanwaltschaft sagte, gegen Beate Z. bestehe der Anfangsverdacht, dass sie an der Tat in Heilbronn beteiligt war. Ein dringender Tatverdacht habe sich bislang aber nicht ergeben. Sie schweige weiterhin zu den Vorwürfen. Die 36-Jährige sitzt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Sie soll am vergangenen Freitag in Zwickau die Explosion in dem Haus herbeigeführt haben, in dem sie zusammen mit den zwei Männern über Jahre gelebt hatte.
In den Trümmern des Hauses wurde auch die mögliche Tatwaffe gefunden. Es werde alles daran gesetzt, die Waffe "schnell" zu untersuchen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wie lange dies dauere, könne aber schwer abgeschätzt werden. Die baugleiche Pistole zur Tatwaffe war bei der Explosion und dem anschließenden Brand stark beschädigt worden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Untersuchung des Schutts noch länger andauern. "Wenn wir auch fünf Tage nach der Explosion noch Waffen finden, werden wir natürlich weitersuchen", sagte Behördensprecherin Antje Dietsch in Zwickau.
Beate Z. wurde kurz vor der Explosion an dem Haus gesehen. Geprüft wird auch, ob sie an einem Banküberfall in Eisenach beteiligt war oder sich an dem Wohnmobil aufhielt, in dem die beiden Leichen aufgefunden wurden. Der Polizei zufolge nahmen sich die Männer, die zuvor eine Bank überfallen haben sollen, das Leben. Die Gründe hierfür sind unklar.
Im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung von Beate Z. an dem Banküberfall in Eisenach würden zahlreiche Ansatzpunkte ausgewertet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meinigen.
Auf das Konto der beiden Männer sollen mehrere Banküberfälle in Ostdeutschland gehen. Die Staatsanwaltschaft und Polizei prüfen nach eigenen Angaben derzeit zwölf Bankraubs, bei denen die 34 und 38 Jahre alten Männer als Täter infrage kommen. Neun davon wurden zwischen 1999 und 2007 in Sachsen verübt, zwei in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern.
Das Trio, das auch mit dem Polizistenmord in Heilbronn in Verbindung gebracht wird, gehörte zum rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" (THS). Die Gruppe tauchte nach Angaben des thüringischen Innenministeriums 1998 unter, nachdem in Jena ihre Bombenwerkstatt ausgehoben worden war.
(dapd)
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