EU-Pläne für Donau bedrohen einmaliges Reservat

Internationale Großschutzgebiete bedroht

Auf weiten Strecken fließt die Donau noch wie es ihr gefällt: Mit Sandbänken und Seerosen und wechselnden Pegelständen, die in trockenen Zeiten unter eineinhalb Meter liegen können. Ein Paradies für Pflanzen und Tiere, aber nicht für Frachtschiffe, die sich bei Niedrigwasser in den Häfen stauen. Die Schifffahrt wünscht sich einen wirtschafltichen Kanal, den auch moderne, große Schiffe jederzeit passieren können. Über 1000 Kilometer der Donau sollen nach den Plänen der EU für die Schifffahrt ausgebaggert, reguliert oder gestaut werden. „Aus einem grünen Flusskorridor quer durch Europa soll eine begradigter Schiffs-Highway werden“, sagt Dorothea August vom WWF anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Donau-Kartenatlas.


Sollten die derzeitigen EU-Pläne umgesetzt werden, würden einmalige Naturreservate mit seltenen Tier- und Pflanzenarten vernichtet werden. Allein an der unteren Donau drohten bis zu 200 Inseln, die größte davon mit einer Fläche von 400 Hektar, durch die Pläne der europäischen Union als Lebensraum zu verschwinden.
„Die Umsetzung der EU-Pläne wären eine ökologisches Desaster für Zentral- und Osteuropa“, warnt WWF-Referentin Dorothea August. Gefährdet wären mehrere internationale Großschutzgebiete, deren weltweite Bedeutung gleichbedeutend mit dem Amazonasgebiet oder der Serengeti sei.

Von den Planungen betroffen wären die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen in Deutschland und große Abschnitte der Mittleren Donau in Ungarn, Kroatien und Serbien. Als „besonders gravierend“ stuft der WWF die geplanten Ausbauten an der Unteren Donau in Rumänien und Bulgarien ein, wo ganze Seitenarme abgetrennt, Uferbefestigungen geschaffen und das Flussbett durch Dämme und Schwellen verengt werden soll. Hinzu komme das regelmäßige Ausbaggern der Fahrrinne.
Beluga-Störe würde dann nicht mehr flussaufwärts zu ihren Laichgebieten wandern können. Auch Pelikane und zahlreiche seltene Vogelarten, Sumpfschildkröte und Fischotter seien bedroht.
„Sollte die EU ihr Ausbauvorhaben tatsächlich umsetzen, wäre das der finale Todesstoß für die grüne Donau“, prophezeit Dorothea August. (wwf/hs)
 
 

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