Foto: dapd/Steffi Loos
Berlin – Großer Andrang im Gesundheitsministerium: Rund 150 Kindergartenkinder tummelten sich zum Weltkindertag am Donnerstag im Atrium des Gebäudes. Dort war ein Hindernis-Parcours aufgebaut. Beim Balancieren und Klettern sollten die Jungen und Mädchen lernen, Gefahren beim Spielen besser einzuschätzen. "Viele Unfälle können vermieden werden", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Für Kinder sei es wichtig, sich auszutoben. Sie müssten aber auch lernen, wo die Gefahren liegen. Die Organisation UNICEF rief unterdessen dazu auf, Kindern mehr Zeit zu widmen.
Etwa 125.000 Kinder unter fünf Jahren müssen pro Jahr nach einem Sturzunfall ärztlich behandelt werden, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder" mitteilte. Die gemeinsame Kampagne des BAG und des Gesundheitsministeriums unter dem Motto "Laufen, Springen, Klettern - Sicher geht das!" gibt Eltern Tipps, wie solche Unfälle zu vermeiden sind.
Stürze sind nach Angaben der BAG insgesamt die häufigste Unfallart bei Kindern unter 15 Jahren. Bei kleinen Kindern sei die Gefahr von Kopfverletzungen besonders hoch. Das größte Unfallrisiko lauere beim Herumtoben im Kinderzimmer oder auf dem Spielplatz, sagte BAG-Geschäftsführerin Martina Abel. Sie rief die Eltern dazu auf, zu Hause mehr auf die Sicherheit zu achten. Wichtig sei, dass Kinder genug Platz zum Spielen hätten und keine Hindernisse im Weg seien.
Das diesjährige Motto des Weltkindertages lautet "Kinder brauchen Zeit". Den Weltkindertag gibt es seit 1954. Damals haben die Vereinten Nationen UNICEF mit der Ausrichtung beauftragt. Der Weltkindertag wird heute an unterschiedlichen Tagen in mehr als 145 Ländern gefeiert.
"Wenn wir Kinder ernst nehmen und ihnen zuhören, werden wir merken, dass gemeinsame Zeit für Kinder wertvoller ist als ein neues Handy oder andere materielle Dinge", sagte die Schirmherrin von UNICEF Deutschland, Daniela Schadt. Den international verbrieften Kinderrechten müsse Vorrang eingeräumt werden. "Jedes Kind hat ein Recht auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung."
Das Wohl der Kinder müsse Maßstab des Handelns werden - in der Politik wie im Alltag, sagte die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck.
(Broschüre "Unfälle vermeiden": http://url.dapd.de/Q7QKX6 )
dapd
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