Umwelt – Weltmeere sind laut WWF 21 Billionen US-Dollar jährlich wert – DAPD
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Biologische Vielfalt Weltmeere sind laut WWF 21 Billionen US-Dollar jährlich wert

DAPD

26.05.2008

Wasser ist Leben. (AP Photo/Australian Antarctic Division,Martin Riddle)
Wasser ist Leben. (AP Photo/Australian Antarctic Division,Martin Riddle)

Bonn – Den wirtschaftlichen Wert der Ozeane beziffert die Umweltstiftung WWF mit rund 21 Billionen US-Dollar im Jahr. Die Meere leisteten der Menschheit vielfältige wertvolle Dienste in Bereichen wie Nahrung, Medizin, Katastrophenschutz und Klimaschutz, erklärte die Organisation am Rande der UN-Klimaschutzkonferenz in Bonn. Allein der Wert des weltweiten Fischfangs habe 2004 knapp 85 Milliarden US-Dollar betragen.

Der WWF untersuchte in der Studie den Wert der Ozeane und die Kosten ihrer Ausbeutung, Verschmutzung und Zerstörung. „Wir haben mehr als eine moralische Pflicht, die biologische Vielfalt der Meere zu bewahren“, sagte Christian Neumann vom Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz. Die Menschen brauchten intakte Ozeane, denn sie seien ein Eckpfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung und der Armutsbekämpfung. Bislang stünden jedoch nur 0,5 Prozent der Meere unter Schutz: „Wenn die Staaten nicht endlich handeln, verlieren wir den Reichtum der Ozeane.“

Allein im Industriezweig Fischfang arbeiteten 40 Millionen Menschen, hieß es. Gehe die Überfischung ungebremst weiter, drohe bis Mitte des Jahrhunderts ein Zusammenbruch der Fischereien und der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen. In Regionen wie Westafrika verschärfe die Überfischung schon heute die Armut.

Meerestiere als Vorbild für Autofelgen und Schwimmanzüge

Der Reichtum der Meere zeige sich auch in der Medizin: Viele derzeit erforschte neue Wirkstoffe seien marinen Ursprungs. So lassen sich laut WWF besonders in Schwämmen und anderen wirbellosen Tieren Substanzen gegen Krebs und Alzheimer finden, aber auch neue Antibiotika. Regionen mit besonders großer Artenvielfalt – wie Korallenriffe – hätten allein aus medizinischer Sicht einen Wert von etwa 6.000 US-Dollar pro Hektar.

Auch in der Verknüpfung von Biologie und Technik, der Bionik, würden immer mehr von Meereslebewesen abgeschaute Prinzipien angewandt. So könne zum Wundverschluss und zur Heilung von Knochenbrüchen der Klebstoff verwendet werden, mit dem sich auch Muscheln in der Brandung festhielten. Die Baupläne von Kieselalgen würden zur Vorlage für Autofelgen, die Struktur von Haihaut werde auf Hochleistungs-Schwimmanzüge übertragen. „Niemand weiß, welche ungeahnten Möglichkeiten für die Medizin und die Bionik noch in den Meeren schlummern“, sagte WWF-Experte Neumann. Man laufe aber Gefahr, viele Arten zu verlieren, bevor ihre Fähigkeiten erforscht werden könnten.

Ozeane tragen zum Klimaschutz bei

Weitere wichtige Leistungen des Ökosystems seien der Klimaschutz und Küstenschutz: So wäre laut WWF ohne die biologische Aktivität in den Ozeanen der CO2-Gehalt der Atmosphäre 50 Prozent höher. Intakte und geschützte Korallenriffe dienten auch als natürliches Bollwerk gegen mächtige Brandungen. Der Wert dieser Dienstleistung liege bei etwa neun Milliarden US-Dollar jährlich.

Zahlreiche Beispiele zeigten, dass sich mit dem Schutz der Ozeane mehr Geld verdienen lasse als mit ihrer Zerstörung, erklärte die Stiftung. Ein Vergleich von 18 Fallstudien in Pazifik, Atlantik und Indischem Ozean zeige beispielsweise, dass man mit sanftem Schildkröten-Tourismus drei Mal soviel Geld verdienen könne wie mit der Jagd auf die Meerestiere. In Deutschland lockten die Wattenmeer-Nationalparks seit mehr als 20 Jahren neue Touristen an und spülten so mehr Geld in die Kassen. (AP)

 

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