Kultur – Weltruhm mit „Hundert Jahre Einsamkeit“ – Susanne Gabriel
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Weltruhm mit „Hundert Jahre Einsamkeit“

Susanne Gabriel

02.03.2007

(FP PHOTO/Marcelo SALINAS)
(FP PHOTO/Marcelo SALINAS)

Das berühmteste Werk ist seiner Mutter zu verdanken: 1950 besuchte sie den knapp 22-jährigen Gabriel Garcia Marquez an der Universität und überredete ihn, wegen des Verkaufs des Familiensitzes noch einmal in die alte Heimat zurückzukehren. Bei der beschwerlichen Reise habe ihn der „Prankenschlag der Nostalgie“ getroffen, schrieb der kolumbianische Schriftsteller später – sein Geburtsort Aracataca wurde Vorbild für den Ort Macondo aus „Hundert Jahre Einsamkeit“. Für diesen Roman erhielt Garcia Marquez, der am (kommenden) Dienstag seinen 80. Geburtstag feiert, 1982 den Literatur-Nobelpreis.

Garcia Marquez kam am 6. März 1927 in dem kleinen Ort an der Karibikküste zur Welt. Jahrelang galt das Jahr 1928 als Geburtsjahr; in seiner Autobiografie „Leben, um davon zu erzählen“ gibt er aber selbst das Jahr 1927 an. Der kleine Gabriel, ältestes von elf Kindern, wuchs bei seinen Großeltern mütterlicherseits auf. Die beiden beeinflussten ihn nachhaltig – die Großmutter wegen ihrer Erzählfreude, der Großvater, ein Oberst, wegen seines Lebensstils: An ihm orientiert sich die Figur von Oberst Buendia in „Hundert Jahre Einsamkeit“.

Auch Garcia Marquez' späterer Bestseller „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ hat ein reales Vorbild: Seine Eltern mussten hart für ihre Liebe kämpfen. Der Vater, ein armer Telegrafist, galt den künftigen Schwiegereltern als schlechte Partie für die Tochter.

Nach dem Tod des Großvaters 1935 zog Garcia Marquez zu den Eltern nach Barranquilla, besuchte zunächst dort die Schule und machte später auf einem Internat in der Nähe von Bogota Abitur. Schon früh zeigte er Interesse am Schreiben: Noch in der Schule gründete er eine Literaturzeitschrift. Und trotz des Jurastudiums, das er auf Wunsch der Eltern begonnen hatte, veröffentlichte er bereits Ende der 40er Jahre zahlreiche Erzählungen.

1950 brach er das Jurastudium ab und arbeitete fortan als Autor. Neben literarischen Werken verfasste er Filmkritiken, schrieb eine Kolumne in einer Tageszeitung und war als politischer Journalist tätig. 1955 griff er in seiner Reportage „Bericht eines Schiffbrüchigen“, die in der liberalen Zeitung „El Espectator“ erschien, das Regime des kolumbianischen Diktators Rojas Pinilla an. Um den jungen Journalisten zu schützen, schickte ihn die Zeitung als Korrespondent nach Europa; er reiste unter anderem nach Ungarn, in die DDR und in die UdSSR.


(AP)

 

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