Aktuelle Nachrichten – International
26.01.2009
Genf – Das Geschäftliche wird dieses Jahr den Ton bestimmen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die 2.500 leitenden Vertreter von Wirtschaft und Politik, die ab Mittwoch im Zeichen der Kapitalismuskrise an dem fünftägigen Treffen teilnehmen, erwartet dieses Mal nicht die sonst übliche Garde internationaler Stars. Bono kommt nicht, Angelina Jolie auch nicht.
Zwar kommen auch dieses Jahr Schauspieler, Autoren, Designer und Architekten zu dem Forum, darunter Sänger Peter Gabriel und Bollywood-Star Amitabh Bachchan. Aber Forums-Sprecher Mark Adams zeigt sich sicher, dass der Ton anders sein wird in diesem Jahr. „Ich glaube, es gibt das Gefühl, wir müssten uns an die Arbeit machen. Es gibt 230 Arbeitssitzungen, deswegen kommen die Leute.“
Viele der Teilnehmer sind unmittelbar von der Wirtschaftskrise betroffen, die aus dem Zusammenbruch des Marktes mit unsicheren US-Hypothekenpapieren entstanden ist. Die Citigroup zum Beispiel hat Milliarden durch faule Wertpapiere verloren. Sie half, für den Kongress eine Risikostudie zu erstellen.
Eine der Arbeitssitzungen in Davos trägt den Titel „Update 2009: Die Rückkehr zur Staatsmacht“, und beschäftigt sich damit, wie Regierungen jetzt eine stärkere Rolle bei den Bemühungen zur Krisenbewältigung einnehmen. Andere Themen auf dem Kongress sind Energie, Klimawechsel, freier Handel und Entwicklungshilfe.
Der chinesische Premierminister Wen Jiabao soll am Mittwoch der erste von mehr als 40 Staats- und Regierungschefs sein, die beim Weltwirtschaftsforum das Wort ergreifen werden. Zu den weiteren Teilnehmer gehören der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, der britische Premierminister Gordon Brown, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der japanische Ministerpräsident Taro Aso sowie der mexikanische Präsident Felipe Calderon.
Für die USA soll Präsidentenberaterin Valerie Jarrett nach Davos reisen. Höherrangige Regierungsmitglieder stehen voraussichtlich so kurz nach Amtseinführung von Präsident Barack Obama noch nicht zur Verfügung, wie es hieß. So stehe die Bestätigung von Finanzminister Tim Geithner durch den Senat noch aus.
Hunderte Polizisten und bis zu 5.000 Soldaten sollen die Sicherheit der Forumsteilnehmer garantieren. Antikapitalistische Gruppen und Globalisierungsgegner haben Proteste angekündigt. (AP)
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