Kopenhagen – Das Brustkrebs-Screening zählt zu den wichtigsten Früherkennungsmaßnahmen gegen Tumore. Aber bei der von der Europäischen Union (EU) empfohlenen zweijährlichen Untersuchung wird im Lauf von 20 Jahren jede vierte Frau mit einem falsch positiven Befund konfrontiert. Die Folgen davon wurden von der Medizin bislang weitgehend vernachlässigt.
Nun haben Forscher der Universität Kopenhagen systematisch untersucht, wie ein auffälliges Resultat der Mammographie sich auf das Leben der Betroffenen auswirkt. Die Forscher verglichen 184 Frauen mit ungewöhnlichem Befund mit 240 Frauen, deren Ergebnis unauffällig war. Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf sechs verschiedene Lebensbereiche, die sämtlich negativ beeinflusst wurden.
Dazu zählten laut einem Bericht der Zeitschrift „Value in Health“ Angst, Schlafstörungen und ein beeinträchtigtes Sexualleben. „Tausende Frauen erleben fälschlich-positive Screeningresultate“, betont Untersuchungsleiter John Brodersen. Vor der Untersuchung sollten Frauen sowohl auf die Folgen einer fälschlich-positiven Diagnose hingewiesen werden als auch über den Nutzen eines frühen Feststellens von Brustkrebs.
(Quelle: „Value in Health“, Vol. 10, S. 294-304) (AP)
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